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Ehrung für Engagement für Flüchtlinge: Pestalozzischule ist „Schule ohne Rassismus“

Ehrung für Engagement für Flüchtlinge : Pestalozzischule ist „Schule ohne Rassismus“

Rektorin Sabine Theobald ist stolz auf die Auszeichnung. Pate Raphael Holzdeppe schwärmt.

Die Schulturnhalle der Pestalozzischule war bis auf den letzten Platz gefüllt – aus gutem Grund: Zur Einleitung ins bunte Lichterfest am Abend wurde am Freitag die Ernennung der Schule zur „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ gefeiert. Pate war Stabhochsprungweltmeister Raphael Holzdeppe. Er hielt eine kurze Rede und dankte allen, die ihn als Paten gewählt haben. „Man hört so viel Negatives von der Zuwanderung, von Widerständen. Ich möchte die guten Momente betonen, die es durchaus gibt, heute, hier wird gerade einer gefeiert“, sagte er.

Erstklässler spielten auf der Blockflöte zu Anfang etwas aus der 9. Sinfonie „Aus der Neuen Welt“ von Antonin Dvorak. Daran knüpfte Schulleiterin Sabine Theobald an. Die Musik sei geprägt von der Folklore europäischer Auswanderer und den musikalischen Einflüssen der Afroamerikaner und der Indianer. „Diese Mixtur von kulturellen Einflüssen macht diese Sinfonie zu einem klangvollen Ganzen. Ähnlich eben auch hier in unserer Schule“, sagte sie. Bunte Vielfalt brachten die Schüler in dem Lied „Ich bin anders als du“ zum Ausdruck. „Vor zwei Jahren kamen viele Kinder aus verschiedensten Kulturen, ohne deutsche Sprachkenntnisse, zum Teil schwer traumatisiert, zu uns. Wir haben uns der Verantwortung gestellt“, sagte Theobald. Hilfe kam von vielen Seiten: Von der Stadt, vom Kollegium, durch Sprachkurse der VHS, von Eltern und anderen. „Es macht uns stolz, uns jetzt „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ nennen zu dürfen. Vielfalt tut uns allen einfach gut“, fuhr sie fort. Dominik Enders von der Landeszentrale und Martin Gries, stellvertretender Amtsleiter Schule und Sport der Stadt Zweibrücken, richteten ein paar Worte an die Anwesenden. Die Pestalozzischule ist die 123. Schule „gegen Rassismus“ in Rheinland-Pfalz und eine der wenigen Grundschulen.

Nach 60 Minuten strömten die Schüler in ihre Klassen, sie hatten für die Besucher Sehenswertes aus dem Unterricht vorbereitet. Der Tag mündete im bunten Lichterfest.