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Kein Nachwuchs mehr: Nur „in gute Hände“ abzugeben

Kein Nachwuchs mehr : Nur „in gute Hände“ abzugeben

Die Ostdeutschen Heimatstuben suchen mit Hilfe des Stadtmuseums eine neue Bleibe.

(cvw) Sichtlich wehmütig übergaben gestern Edelgard Schwanz und Klaus Pohl den Schlüssel für die Ostdeutschen Heimatstuben im Erdgeschoss der Herzog-Christian-Musikschule an Charlotte Glück, Leiterin des Zweibrücker Stadtmuseums. Zum Ende des Jahres 2018 wurde der Kreisverband Zweibrücken des Bundes der Vertriebenen mit noch rund 40 Mitglieder altersbedingt aufgelöst. Seit 1981 hatte der Bund der Vertriebenen – Vereinigte Landsmannschaften und Landesverbände – Kreisverband Zweibrücken die Ostdeutschen Heimatstuben betrieben und eine umfangreiche Sammlung aus Erinnerungsstücken an die verschiedenen Herkunftsregionen der in Zweibrücken heimisch gewordenen Heimatvertriebenen zusammengetragen.

„Die Ostdeutschen Heimatstuben bildeten das kulturelle Zentrum des Kreisverbandes Zweibrücken“, würdigte die Museumsleiterin, beeindruckt von der Vielfalt der Exponate. Diese sind in einem 120-seitigen Verzeichnis akribischer erfasst als in manch einem professionellen Museum. Das Highlight stellen neben einer umfangreichen Bibliothek, zahlreichen Bildern, Landkarten und Einrichtungsgegenständen die Puppen mit den selbst genähten Trachten aller 16 Landsmannschaften dar. „Die Trachten im Schrank und diese hier auf den Puppen haben wir zu unseren Folklorevorführungen selbst getragen“, erinnert Edelgard Schwanz, langjährige Leiterin der Frauengruppe.

Jetzt kümmert sich der Bundesverband um die zukünftige Verwendung der Ausstellung, die thematisch nicht in das Konzept des Stadtmuseums passt. Die Museumsleiterin vermutet: „Es kann sein, dass wir sie nach Landsmannschaften aufteilen müssen, weil sie dann in Museen der jeweiligen Regionen eingegliedert werden.“ Zweibrücken sei mit seiner Auflösung nicht allein, denn das Interesse habe sich überall überlebt. Die Wertigkeit der Exponate, die unzähligen Arbeitsstunden und das Herzblut der Engagierten verlange jedoch, dass die Ausstellung einzig „in gute Hände“ übergeben wird. Bis zu der Entscheidung, auf die Charlotte Glück „kurzfristig“ hofft, bleibt die Ausstellung stehen und die Herzog-Christian-Musikschule muss sich mit der Nutzung der Räume gedulden.