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37-jähriger Zweibrücker verbreitet kinderpornografische Bilder im Internet

Angeklagter räumt Vorwürfe ein : Kinderpornografische Bilder im Internet verbreitet

Ein 37-jähriger Zweibrücker muss sich wegen dieses Vorwurfes vor dem Landgericht verantworten.

(gla) Ein 37-jähriger lediger Mann wird von der Staatsanwaltschaft Zweibrücken beschuldigt, zwischen dem 14. Juli 2016 und dem 20. Februar 2018 in drei Fällen pornografische Aufnahmen von Kindern und Videos von nackten Kindern im Internet verbreitet zu haben. In Zweibrücken hat vor dem Landgericht der Prozess gegen den Mann begonnen, bei dem von einer verminderten Schuldfähigkeit ausgegangen wird.

Bei der Befragung des Angeklagten über seine Person wurde deutlich, warum von der verminderten Schuldfähigkeit ausgegangen wird. Der Angeklagte, der neben organischen Erkrankungen auch psychisch krank ist, berichtet dem Gericht, dass er bereits als Kind von seinem alkoholabhängigen Vater oft geschlagen wurde. Er besuchte für zwei Jahre die Grundschule und musste dann auf eine Sonderschule wechseln. Mit elf Jahren, kam er in ein Heim, wo er ebenfalls eine Sonderschule besuchte. Einen Schulabschluss oder eine Ausbildung hat er nicht.

Mit 18 Jahren kam er zurück zu seinen Eltern. Sein Vater verstarb früh, seine Mutter lebt noch in einem Heim, nachdem sie eine Krebserkrankung hatte und außerdem psychisch erkrankt ist. Er selbst gibt an, eine Angststörung zu haben, wobei er in diesem Zustand manchmal Stimmen hört, wenn er alleine ist. Bevor er zu seiner jetzigen Gastfamilie zog, war er drei Monate alleine. Er arbeitet in einer Werkstatt für Behinderte im Saarland. Vor acht Jahren hatte er einen Schlaganfall, danach kam es zu epileptischen Anfällen. Seitdem darf er nicht mehr an gefährlichen Maschinen arbeiten, sodass eine von ihm angestrebten Ausbildung zum Schreiner nicht machbar ist. Täglich muss er fünf Medikamente nehmen, gegen Durchblutung, Schwindel und die psychischen Probleme. Er befindet sich bereits seit elf Jahren in einer umfassenden Betreuung. In seiner Freizeit spielt er am liebsten Videospiele von Lego.

Der Verteidiger des Angeklagten, Rechtsanwalt Max Kampschulte, legte dem Gericht ein Attest vor von einer Psychotherapeutin aus Neunkirchen, deren Sprechstunde der Angeklagte besuchte. Zur Sache erklärte er für seinen Mandanten, dass dieser die Anklage – wie von Staatsanwalt Rouven Balzer verlesen – voll und ganz einräumt. Sein Mandant wisse, was er falsch gemacht hat und bereu die Taten zutiefst. Der Grund dafür liege an seiner Einsamkeit. Er arbeite daran, dass so etwas nie mehr vorkommt. Selbstverständlich verzichte er auf die Rückgabe der von der Polizei sichergestellten Gegenstände.

Eine Polizeihauptkommisarin aus Zweibrücken, die bei der Durchsuchung der Wohnung des Angeklagten am 20. Februar 2018 vor Ort war, berichtete, dass sie dort einen Laptop gefunden hat. Der Angeklagte habe gleich gesagt, dass darauf möglicherweise Dinge gespeichert sind, die nicht darauf gehören. Als er ihn einschalten wollte, hinderte sie ihn daran, um eine eventuellen Löschvorgang zu verhindern. Der eigentliche Grund der Durchsuchung damals war ein Betrugsverdacht gegen den Angeklagten. Die Wohnung sei unaufgeräumt und zugemüllt gewesen. Im Wohnzimmer fand sich auch ein Handy, das ebenfalls sichergestellt wurde. Am Arbeitsplatz des Angeklagten übergab dieser der Polizei sein Handy und gab an, dass Material darauf zu finden sei.

Der Laptop war sauber, dafür wurde die Polizei auf dem Handy fündig: 585 Treffer gab es. Ein Beamter des Bundeskriminalamtes, erläuterte dem Gericht, dass seine Behörde direkten Zugriff auf Daten aus den USA hat. Von einer Organisation namens NECMEC , die sich mit Kinderpornografie befasst, seien dort die IP-Adressen in Deutschland zu erfahren. Und vom Provider, in diesem Fall von Twitter, seien alle gespeicherten Daten zu bekommen.

Der Prozess wird fortgesetzt.