Mit Aliens kommunizieren

Die Biologin und Journalistin Bettina Wurche zeigte vergangenen Mittwoch im Nawi-Vortrag, wie mit Hilfe von Delfinen der Menschheitstraum wahr werden könnte, eines Tages mit Außerirdischen reden zu können.

Die Biologin und Journalistin Bettina Wurche hat in Hamburg Zoologie, Fischereiwissenschaft und Geologie/Paläontologie studiert. Nach Stationen zu Wasser (Forschungsreisen und Öko-Tourismus zwischen Arktis und Antarktis), zu Lande (Museen und Geopark) und im Tagebau (Geo-Tourismus) schreibt sie jetzt für die Goethe-Universität Frankfurt und andere Institutionen und Medien.

Im Rahmen der Nawi-Gastvorträge am Campus Zweibrücken klärte sie nun über die Zusammenhänge von Nasa, Aliens und Delphinen auf. Menschen seien auf unserem Planeten zunächst einmal, von außerhalb gesehen, nicht die bestimmende Spezies. "Der Planet ist ein blauer und damit der des Wals und nicht des Menschen. Wir müssen eigentlich von einem Kontinent der Wale sprechen", so die Biologin. Delphine gehörten zu den Kleinwalen. Bis in die sechziger Jahre habe man eigentlich überwiegend die Ausrottung der Meeressäuger betrieben, bevor in den Siebzigern ein Umdenken einsetzte, die Esoteriker das "Age of Aquarius" besangen und die Umweltschutzbewegung dazu führte, lebende Wale in ihrer natürlichen Umgebung zu erforschen. Besonders interessant waren dabei die Kommunikationsformen und Mechanismen der Wale und Delphine untereinander, aber auch in Beziehung zu anderen Lebewesen, speziell dem Menschen. Der Mensch, schon seit Jahren fieberhaft auf der Suche nach außerirdischem intelligentem Leben, stößt in der extraterrestrischen Kommunikation momentan noch an seine Grenzen. Intelligentes Leben, geprägt durch Kultur, Kommunikation und Technik, könnte Signaturen für andere Intelligenz im Weltall hinterlassen. Das Projekt "Seti" (Search for Extraterrestrial Intelligence) sucht mit Hochtechnologie nach solchen Signalen aus dem All. Ebenso versucht man von der Erde aus mit möglicher außerirdischer Intelligenz zu kommunizieren. Wird irgendwann mal eine Antwort empfangen oder könnten etwa, wie einige Wissenschaftler warnen, die gesendeten Botschaften auch als "Eindringen" in fremdes Territorium gewertet werden?

Komplexe Gehirne

Man verlasse sich dabei auch zu sehr auf die menschliche Kommunikation , ohne zu beachten, dass diese sich mit Außerirdischen völlig anders gestalten könnte. Die Interaktion mit Delphinen, denen ein ähnlich komplexes Gehirn wie Primaten zugeschrieben wird, sei deshalb in die Forschung einbezogen worden. Delphine seien, entgegen weitverbreiteter Meinung, nicht generell friedlich, allerdings sehr neugierig. Sie seien "der Geist in den Wassern", so die Wissenschaftlerin. Ihre Kommunikation erfolge mit "Clicks", "Pulses", "Whistles" und sogenannten "Unterschriftspfiffen", wobei es sogar einzelne Dialektformen gebe. Neben fragwürdigen Experimenten mit den Tieren in den 70er Jahren, zum Teil unter Einsatz von Drogen, seien auch bereits gelungene Versuche zur Aufzeichnung der Delphin-Signale in Spektrogrammen erfolgt. Der amerikanische Neurophysiologe und Forscher John Lilly war der Überzeugung, Delphine seien ein idealer Modell-Organismus, um die Kommunikation mit Außerirdischen zu erproben. Biologin Bettina Wurche selbst ist davon auch überzeugt und froh, dass sich die Erwartungshaltung gegenüber Delphinen und Walen in den letzten Jahren geändert hat und den Tieren mehr Achtung entgegengebracht wird - ebenso gegenüber Aliens. Sie sei überzeugt, dass irgendwann einmal Leben in der Weite des Weltalls entdeckt werde, wenn auch nicht mehr in ihrem eigenen Leben. "Haltet die Ohren gespitzt" verabschiedet sie sich aus dem Audimax.