Heiterer Klassik-Genuss

Die Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz begeisterte bei ihrem Euroclassic-Auftritt in der Festhalle und Violinistin Maia Cabeza setzte dem Hörgenuss die Krone auf.

Es ist ein Hörgenuss der Spitzenklasse gewesen, ein Konzertabend der ganz besonderen Art, fast zwei Stunden lang. Schade eigentlich nur, dass die 87 Musizierenden mit ihrem großartigen Dirigenten Jesko Sirvend und einer Violinspielerin der Extraklasse, der trotz ihrer jungen Jahre schon mit vielen Preisen bedachten Künstlerin Maia Cabeza, leider nicht vor einem ausverkauften Haus ihr großartiges Können demonstrieren konnten.

Verdient hätten sie es allemal gehabt, wie auch der langanhaltende Schlussapplaus eindrucksvoll bewies. Dass dieser Konzertabend in der Reihe Euroclassic dennoch zu einem unwiederbringlichen Erlebnis werden konnte, lag auch an Michael Quast - Komödiant, Regisseurin und Moderator mit humorvoller Ausdrucksstärke, wie seine humorvolle Programmführung deutlich machte.

Es war die Grundlage dafür, dass es eben ein außergewöhnlicher Abend mit klassischen Werken werden musste, der trefflich ja als "Jahrmarkt der Heiterkeiten" angekündigt wurde. Die Palette der musikalischen Späße jedenfalls war groß und in den Werken von Leonard Bernstein bis hin zu Igor Strawinsky versteckt und vom hervorragenden Musizieren der Philharmoniker kredenzt.

Wahrlich, da konnte keine Langeweile aufkommen, weder bei der "Ouvertüre zu den "Lustigen Weibern von Windsor", "Orpheus in der Unterwelt" oder "Till Eulenspiegels lustigen Streiche", die von Ludwig Strauß stammten. Die musikalischen Unterschiede der Schöpfer Johann Strauß und Igor Strawinsky erschlossen sich den Konzertbesuchern bei der "Pizzicato-Polka" und der "Zirkus-Polka" und völlig zurecht wurde der Abend mit Leonard Bernsteins "Divertimento for Orchestra" beendet, einem "orchestralen Vergnügen", wie der Titel schon signalisierte. Und dann der virtuose Auftritt von Maia Cabeza. Mucksmäuschenstill war es im großen Saal der Festhalle, der Fall einer Stecknadel hätte jeder vernehmen können, als die hochgelobte und schon mit vielen Auszeichnungen und Preisen bedachte Künstlerin das "Tzigane" von Maurice Ravel zum Besten gab. Eines der höchst anspruchsvollsten Stücke in der virtuosen Violinkunst versprach Michael Quast. Was folgte, waren zehn Minuten großartiger Musikgenuss für alle Konzertbesucher und ein donnernder, langanhaltender Applaus für die junge, charmante Künstlerin.