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Freizeitanlage Campingplatz: Pächter gibt auf

Freizeitanlage Campingplatz: Pächter gibt auf

Das Ehepaar Lang hatte in den vergangenen Jahren die über 2000 Quadratmeter große Freizeitanlage am (heute nur noch 16 Plätze großen) Campingplatz zu einem beliebten Treff für Familien und Ausflügler entwickelt. Jetzt geben die Langs auf – kurz bevor dort der laut Oberbürgermeister Kurt Pirmann „schönste Biergarten der Westpfalz“ geöffnet hätte: Der Betrieb rechne sich nicht mehr.

"Yes, we can", ja, wir können es schaffen - als Beispiel für dieses Motto nannte Oberbürgermeister Kurt Pirmann in seiner Neujahrsrede auch "den schönsten Biergarten der Westpfalz", der dieses Jahr auf dem Zweibrücker Freizeitgelände am ehemaligen Campingplatz eröffnet werde. Doch die Pächter des Freizeitgeländes, das Ehepaar Diana und Patrick Lang, können nicht mehr - sie schließen am 31. Januar (Abschiedsfeier: siehe Internet).

"Mit einer Riesen-Träne im Auge, sehr großem Herzbluten und auch für uns im Endeffekt überraschend, müssen wir mitteilen, dass wir den Zweibrücker Campingplatz inklusive der Gaststätte ,Zum Campingplatz' sowie die angrenzende Freizeitanlage Zweibrücken mit Minigolfplatz, Bootsverleih und Funcars aufgeben müssen, obwohl diesem Bereich gerade eine Veränderung hin zum großen bayerischen Biergarten bevorsteht", teilten die Langs gestern der Presse mit. "Wir haben den Pachtvertrag mit der Gewobau aus wirtschaftlichen Gründen außerordentlich gekündigt", sagte Patrick Lang auf Merkur-Nachfrage. Der Betrieb sei nicht mehr wirtschaftlich führbar gewesen. Das habe mehrere Ursachen. Die Langs hatten in den vergangenen Jahren das Freizeitgelände mit neuen Angeboten erheblich aufgewertet, 40 Konzerte bereicherten nicht nur das Zweibrücker Kulturleben, sondern verdreifachten auch die Umsätze. Steigender Umsatz bedeute aber nicht steigenden Gewinn, erläuterte Lang. Unter anderem seien die Personalkosten deutlich gestiegen. Und da die Pachthöhe an die Umsatzhöhe gekoppelt gewesen sei, "war jetzt der Punkt erreicht, wo es nicht mehr weitergeht". Zumal die Baustelle für die Fischtreppe viele Gäste abgeschreckt habe. Trotz der Millionen-Investition für die Fischtreppe seien die anliegenden Geschäftsleute nicht entschädigt worden. Die Gewobau habe leider kein Entgegenkommen bei der Pachthöhe gezeigt, so Lang: "Wir sind da seit Jahren schon dran, leider erfolglos. Wir wollten nichts geschenkt, sondern nur, dass man die Pacht an einen für Gastronomiebetriebe üblichen Bereich anpasst, damit der Betrieb wirtschaftlich machbar ist." Die Pachtvereinbarung stamme noch aus einer Zeit, als 90 Prozent der Umsätze mit dem Campingplatz und zehn Prozent mit der Gaststätte erzielt worden seien: "Heute ist es umgekehrt." Eine kleine Verbesserung habe es nur 2008 gegeben, als der Campingplatz noch der Stadt gehörte.

Wer neuer Betreiber des Freizeitgeländes wird, weiß Lang nicht: "Die Gewobau hatte keinen Plan B in der Hand, die Kündigung war auch für sie überraschend." In der Facebook-Gruppe "Zweibrücken" wird über Günstlingswirtschaft als Ursache spekuliert, dass die Stadt-Tochter Gewobau die Langs vertrieben habe. Lang schließt sich dem ausdrücklich nicht an: "Wir wollen nicht, dass auf die Gewobau draufgeschlagen wird. Es war eine Summe von Gründen, die zu unserer Kündigung geführt haben!" Auch der Biergarten, der im Prinzip fertig ist und nur wegen des schlechten Wetters nicht schon vergangenen Herbst eröffnet hatte, sollte von den Langs geführt werden (wir berichteten). Einen schriftlichen Vertrag hierüber gab es aber noch nicht, so Lang. Die Gewobau war wegen des gestrigen Sonntags für eine Stellungnahme, wie es nun mit dem Freizeitgelände weitergeht, nicht erreichbar.

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