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Zwei Fehler und wer für sie bezahlt

Zwei Fehler und wer für sie bezahlt

Irren, um diese Binsenweisheit kommt man beim Streit zwischen der Stadt und Christine Schmidt nicht herum, ist menschlich. Jeder tut es, jeder darf es tun, auch das Zweibrücker Bauamt.

Die Frage ist nur, was man tut, wenn man einen Fehler gemacht hat. Beim Zweibrücker Bauamt hat ein Mitarbeiter - aus Sicht seines Amtsleiters - voreilig auf das Vorkaufsrecht der Stadt verzichtet. Achtung, Fehler! Konsequenz aus diesem Fehler: Das Amt rudert zurück und erklärt den Verzicht vom Verzicht. Puh! Gerade noch mal gut gegangen.

Aber halt, haben wir da nicht was vergessen? Beziehungsweise jemanden? Genau, die Käuferin des Grundstückes in Ernstweiler, die zu diesem Zeitpunkt im Geiste bereits den Pinsel schwang, um das Pumpenhäuschen auf dem Gelände auf Vordermann zu bringen. Hier liegt der zweite Fehler der Stadtverwaltung.

Wetterwendische Zeitgenossen sind auf Augenhöhe schon schlimm genug, aber wenn man von einer Verwaltung, die - so zumindest das Klischee - die personifizierte Kontinuität ("Das haben wir schon immer so gemacht") darstellt, unerwartet ein Bein gestellt bekommt, hat das eine ganz andere Qualität. Da ist schon etwas mehr als die Entschuldigung fällig, die in Pirmanns Schreiben an Christine Schmidt hoffentlich enthalten ist. Kinder lernen, dass sie für ihre Fehler selber einstehen müssen. In diesem Fall jedoch zahlt für den - oder die - Fehler der Stadt: der Bürger.