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Gesundheitsversorgung : VG Zweibrücken-Land testet in Pilotprojekt Telemedizin

Gesundheitsversorgung : VG Zweibrücken-Land testet in Pilotprojekt Telemedizin

Die ärztliche Versorgung auf dem Land wird immer schwieriger. Bei einer ersten Zukunftswerkstatt loteten die Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land, Ärzte, die Kassenärztliche Vereinigung, Krankenhäuser und das DRK aus, was man tun kann, um die Versorgung in der Region sicher zustellen. „Dabei darf man sich auch neuen Dingen nicht verschließen“, sagte Verbandsbürgermeister Jürgen Gundacker bei einem Pressegespräch.

Die Verbandsgemeinde sei bereit, ein Pilotprojekt Telemedizin anzugehen. Bis Anfang des kommenden Jahres sollen die Gespräche mit der Kassenärztlichen Vereinigung und Krankenkassen abgeschlossen sei. „2018 wollen wir starten.“ Mit dem Hornbacher Hausarzt Dr. Thomas Klein sei bereits ein Mediziner bereit, den Pilotversuch mitzutragen, sagte der DRK-Kreisgeschäftsführer Mario Sauder.

Über ein Tablet könnten die Teilnehmer den Hausärzten Vitaldaten wie Blutdruck, Zuckerwerte oder Gewicht mitteilen. Oder auch den Allgemeinzustand. „Der Arzt kann danach entscheiden, ob ein Hausbesuch notwendig ist oder nicht.“ Oder auch zur Kontrolle von verschriebenen Medikamenten. Dadurch könnten die Ärzte im Bereich der Hausbesuche entlastet werden. Wichtig sei, dass die Patienten das Angebot nutzen. Voraussetzung sei die technische Ausstattung wie Software oder W-Lan-Anschluss. Wobei das DRK bei den Tablets „in Vorleistung gehen könnte“. Sauder verschwieg auch nicht, dass es wegen der technischen Abhängigkeit Vorbehalte gegen das System gebe. In Hessen gebe es seit zwei Jahren einen Feldversuch, an dem 130 Personen teilnehmen.

Gundacker informierte, dass es im Versorgungsgebiet Zweibrücken und Zweibrücken-Land noch fünf freie Hausarztstellen gebe. Bis Ende des Jahres noch vier. Denn es sei gelungen, dass Dr. Simone Schiro-Ruf bald in Dellfeld eine Praxis öffnet. Wie Schiro-Ruf am Donnerstag dem Merkur sagte, sei die Eröffnung für Januar geplant.

In den Gesprächen mit dem Zweibrücker Ärzte-Netzwerk sei offenbar geworden, dass es Praxen gebe, die weiterbilden können. Jetzt werde geprüft, ob die Ärzte in Zusammenarbeit mit dem Nardini-Klinikum eine Verbundausbildung anbieten können, so Gundacker. „Ziel ist, dass ein junger Arzt über eine Hospitanz in eine Praxis hereinkommen kann.“ Das Krankenhaus in Zweibrücken stehe dem positiv gegenüber, sagte Gundacker. Der Verbandsbürgermeister erklärte, dass es vom Land Fördermöglichkeiten in Höhe von 15 000 Euro (Zahl gegenüber Printausgabe korrigiert) bei der Neugründung oder Erweiterung von Praxen gebe.