Angriff im Paradies

Es ist ein Alptraum, der öfter im Kino als im wirklichen Leben vorkommt: Haiangriffe sind selten – und doch manchmal furchtbare Wirklichkeit. Jetzt hat ein Raubfisch vor Hawaii eine junge Deutsche angegriffen.

Der Traumurlaub auf Hawaii ist für eine junge Frau aus Deutschland zu einem entsetzlichen Erlebnis geworden. Die Touristin wurde beim Schnorcheln von einem Hai angegriffen und lebensgefährlich verletzt. Der Raubfisch riss ihr den Arm ab, ihre Freundinnen retteten das bewusstlose Opfer. "Ich habe einen Schrei gehört, wie ich noch nie in meinem Leben einen gehört habe", sagte Andree Conley-Kapoi dem Sender ABC. "Ich habe jedem gesagt, dass solch ein Schrei nur eines bedeuten könne, einen Haiangriff", sagte der Mann, der am Strand der Trauminsel Maui dabei war. Aber hat das Opfer noch selbst geschrieen? Oder die entsetzten Freundinnen, die ganz in der Nähe waren? Auch eineinhalb Tage nach dem Angriff waren viele Fragen noch offen.

"Kritisch" sei der Zustand der Frau gewesen, heißt es von den Behörden nur, und: "Wir haben keine Neuigkeiten zu ihrer Situation." Klar ist aber: Selbst wenn keine lebenswichtigen Organe betroffen sind, machen Schock und Blutverlust Haiangriffe zu einer tödlichen Gefahr. Der Palauea oder White Rock Beach genannte Strand, bei vielen Urlaubern beliebt, wurde inzwischen wieder freigegeben. Für Touristen geben die Behörden Ratgeber heraus. "Nicht nachts und in der Dämmerung schwimmen" steht da, und: "Gehen Sie nicht mit blutenden Wunden ins Wasser!" Blinkenden Schmuck solle man ebenso wenig tragen wie kontrastreiche Badekleidung. Weiter heißt es: "Wenn Fische und Schildkröten unruhig werden, gehen Sie aus dem Wasser!"

Haiangriffe sind selten, kommen im "Paradies", wie die Amerikaner Hawaii nennen, aber immer wieder vor. CNN zufolge war die Attacke die vierte in diesem Jahr - zwei hätten sich im Februar am selben Tag ereignet. Allerdings: Nach einer Untersuchung der Universität von Florida enden nur zwei Prozent aller Haiangriffe auf Menschen in den USA tödlich.

Auf den Hawaii-Inseln gab es seit 1828 einer Untersuchung zufolge 121 Haiangriffe. Nur acht waren tödlich. Einen Tag vor dem Angriff auf die Deutsche hatte sich ein Hai im Surfbrett eines anderen Touristen festgebissen. Morgan Flanner war aber nicht mehr auf dem Brett, als der Hai zuschnappte. "Er biss ein paar Mal zu, vielleicht vier, fünf Mal und er hat es auch komplett unter Wasser gezogen", sagte er ABC. "Ich bin ihm sehr dankbar, dass es das Brett war und nicht ich."