Zerschlagung von Arcandor wird immer wahrscheinlicher

Zerschlagung von Arcandor wird immer wahrscheinlicher

Essen/Fürth. Dem insolventen Essener Handels- und Touristikunternehmen Arcandor droht möglicherweise schon in den kommenden Wochen die Zerschlagung. Nach dem überraschenden Rückzug des Arcandor-Sanierungsexperten Horst Piepenburg bekräftigte Konkurrent Metro seinen Vorstoß für eine Übernahme von 60 der 90 Warenhäuser der Arcandor-Tochter Karstadt

Essen/Fürth. Dem insolventen Essener Handels- und Touristikunternehmen Arcandor droht möglicherweise schon in den kommenden Wochen die Zerschlagung. Nach dem überraschenden Rückzug des Arcandor-Sanierungsexperten Horst Piepenburg bekräftigte Konkurrent Metro seinen Vorstoß für eine Übernahme von 60 der 90 Warenhäuser der Arcandor-Tochter Karstadt. Metro-Chef Eckhard Cordes soll laut "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" (FAS) bereits mehrere Gespräche mit Vermietern, wichtigen Lieferanten sowie Arbeitnehmer-Vertretern geführt haben. Eine Entscheidung über die Zukunft von Arcandor werde voraussichtlich Mitte August bei einer Sitzung des Gläubigerausschusses fallen. Cordes hatte bereits mehrfach sein Angebot zu einem Zusammenschluss der Metro-Warenhauskette Kaufhof mit Karstadt zu einer Deutschen Warenhaus AG erneuert. Arcandor-Chef Karl-Gerhard Eick hatte die Gespräche jedoch auf Eis gelegt. Der zurückgetretene Arcandor-Generalbevollmächtigte Piepenburg hatte bislang betont, das Unternehmen als Ganzes erhalten zu wollen. Piepenburg habe "schmerzhaft erfahren müssen, dass Arcandor nicht zu sanieren ist", zitiert der "Spiegel" einen nicht genannten Vertrauten. Die Quelle-Erbin und Arcandor-Großaktionärin Madeleine Schickedanz hat unterdessen eine Mitschuld an der Krise des Unternehmens eingeräumt. Wegen der Schieflage der Quelle-Mutter Arcandor habe sie inzwischen rund drei Milliarden Euro verloren. Sollte die Rettung von Arcandor scheitern und die Bankkredite fällig werden, drohe ihr der Verlust ihres gesamten Privatvermögens. dpa