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Transfergesellschaft für Saar-Schraubenwerk soll weiterlaufen

Beckingen. Die Transfergesellschaft für entlassene Beschäftigte der insolventen Beckinger Schraubenfabrik wird offenbar weitergeführt. Das sagte Wirtschaftsstaatssekretär Jürgen Barke (SPD ) zu. Die Gesellschaft war Ende März zunächst für drei Monate gegründet worden - mit der Option auf eine achtmonatige Verlängerung, wenn sich eine Perspektive für das Traditionswerk abzeichnet. Volker Meyer zu Tittingdorf

"Zum jetzigen Zeitpunkt sind wir bereit, die Beschäftigungsgesellschaft weiterzuführen", sagte Barke.

Hintergrund dafür ist die Einigung, die der Insolvenzverwalter Biner Bähr mit dem als Heuschrecke geltenden bisherigen US-Eigentümer Whitesell erzielt hat. Nach Luxemburg verlagerte Firmenwerte werden demnach in die Insolvenzmasse zurückübertragen (wir berichteten). Damit ist der Weg frei für den Einstieg von Interessenten. Mehrere Angebote lägen vor - für das Werk Beckingen , aber auch die die gesamte deutsche Schraubengruppe mit ihren vier Standorten.

Indes zieht Theo Bilsdorfer, Geschäftsführer der Gesellschaft für Personalmanagement im Strukturwandel, eine positive Zwischenbilanz für die Transfergesellschaft. "98 Mitarbeiter sind eingetreten, 48 sind vermittelt" - haben also eine andere Stelle oder eine feste Jobzusage, erläutert Bilsdorfer. So der Stand Ende Mai. 14 frühere Beschäftigte der Schraubenfabrik steuern auf die Rente zu, so dass noch 36 zu vermitteln bleiben. Damit hätten sich mehr als 60 Prozent der Fälle geklärt. Bundesweit liege die durchschnittliche Quote von Transfergesellschaften bei 50 Prozent - nach einem Jahr, nicht schon nach zwei Monaten. Dass viele Beschäftigte qualifizierte Metallfacharbeiter seien, habe die Vermittlung erleichtert, sagt Bilsdorfer. Auch habe geholfen, dass der Verpackungshersteller Helvetia Packaging für sein neues Werk auf dem Lisdorfer Berg Personal gesucht habe.