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Hoffnung für Beckinger Schraubenfabrik

Saarbrücken. Wirtschaftsministerin Rehlinger: Land hat Gründung einer Transfergesellschaft vorbereitet Volker Meyer zu Tittingdorf

Di e mehr als 300 Mitarbeiter der Beckinger Schraubenfabrik können sich große Hoffnungen machen, zumindest vorerst nicht arbeitslos zu werden. Und das, obwohl der Insolvenzverwalter das Werk zunächst nur mit rund 170 Beschäftigten weiterführen will. "Die Koalitionsspitzen haben den Weg für eine Transfergesellschaft freigemacht", sagte gestern Saar-Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD ) unserer Zeitung. Demnach ist sich die Landesregierung einig, die Gründung einer solchen Gesellschaft zu unterstützen, die gekündigte Mitarbeiter auffangen, weiter qualifizieren und in neue Jobs vermitteln soll. Etwa 120 bis 130 entlassene Beschäftigte würden voraussichtlich in eine Transfergesellschaft wechseln, sagten Betriebsratschef Gerfried Lauer und Guido Lesch, 2. Bevollmächtigter der IG Metall in Völklingen. Es ist aber noch nicht endgültig entschieden, dass die Transfergesellschaft tatsächlich am 27. März an den Start geht, wenn das Insolvenzverfahren für die Whitesell-Gruppe mit ihren bundesweit vier Standorten eröffnet wird. Das hänge von Rahmenbedingungen ab, die noch zu klären seien, sagte ein Ministeriumssprecher. Welche dies sind, ließ er offen .

Zuvor hatte Rehlinger im Landtag in einer von der Linksfraktion beantragten Fragestunde erläutert, dass das Land mit einer Bürgschaft oder einer Transfergesellschaft helfen könne, "eine große Zahl von Industriearbeitsplätzen zu sichern". "Alles, was notwendig ist, um diesen Weg gehen zu können, ist vorbereitet", sagte sie. Weiterhin ist aber unklar, ob das Beckinger Werk dauerhaft eine Zukunft hat. Der US-Mutterkonzern Whitesell hatte das Anlagevermögen nach Luxemburg ausgelagert. Der Weiterbetrieb der früheren Deutschland-Tochter hängt davon ab, dass Whitesell die Luxemburger Firma an einen der Kaufinteressenten abgibt.