„Deutsche Mama“ umsorgt Flüchtlinge

„Deutsche Mama“ umsorgt Flüchtlinge

Dagmar Stadtfeld-Zwer kümmert sich engagiert um Menschen, die vor dem Krieg in Syrien geflohen sind. Für diesen Einsatz wählten sie SZ-Leser zur „Saarlands Besten“ im Monat Mai.

Vor gut einem Jahr begegnete Dagmar Stadtfeld-Zwer in der Barbarastraße in Bous einem syrischen Familienvater, der gemeinsam mit seiner Ehefrau und den gemeinsamen fünf Kindern aus dem Bürgerkriegsland im Nahen Osten geflüchtet war. Einige Tage darauf bat der Mann Stadtfeld-Zwer wegen seiner schwangeren Frau um Hilfe. Seither hilft Dagmar Stadtfeld-Zwer der Familie und weiteren zehn syrischen Flüchtlingen, im Saarland Fuß zu fassen. Für dieses besondere soziale Engagement wählten sie jetzt die SZ-Leser zur "Saarlands Besten"-Person im Mai. Da viele Syrer kein Auto besitzen, fährt die Bouserin mit ihnen zum Einkaufen, begleitet sie zu Arztterminen, unterstützt sie bei Behördengängen und hilft ihnen dabei, wichtige Formulare für Asyl, Hartz IV, Krankenversicherung und Kindergeld auszufüllen. "Die Menschen tun mir leid, denn sie stoßen hierzulande auch auf Ablehnung", erklärt die Rentnerin ihre Motivation, den Syrern in ihrer Heimatgemeinde zu helfen. 35 syrische Flüchtlinge leben derzeit laut Ortspolizeibehörde in der Gemeinde Bous . Nach Auskunft der Gemeindeverwaltung sind die genauen Gründe für die Flucht nicht bekannt. Man gehe aber davon aus, dass es sich um Bürgerkriegsflüchtlinge handelt. Weil sich bald herausstellte, dass die erste Bleibe für die siebenköpfige Familie zu klein war, kümmerte sich die 63-Jährige darum, dass diese in eine größere Wohnung mit Zentralheizung ziehen konnte. Momentan sucht sie für einen syrischen Lehrer sowie für dessen Frau und Tochter eine Drei-Zimmer-Wohnung in Bous .

"Viele Vermieter haben allerdings Berührungsängste und lehnen häufig eine syrische Familie als Mieter ab", berichtet sie von ihren Erfahrungen. Wenn alles so läuft wie geplant, könnten Frau und Kind im Juli ins Saarland nachkommen und sofort in Bous leben, hofft Stadtfeld-Zwer für die Familie. Unklar sei aber, ob die beiden Syrerinnen nicht erst in der zentralen Aufnahmestelle in Lebach untergebracht werden.

Mittlerweile ist die Bouserin mit der syrischen Großfamilie gut befreundet. "Das sind ganz wunderbare Menschen. So mancher Deutsche könnte sich an diesen ein Beispiel nehmen", ist sie überzeugt. Stadtfeld-Zwer hält Kontakt zu der Familie und auch umgekehrt pflegen diese die Freundschaft. Sie und ihr Mann werden hin und wieder von den Syrern zum Tee oder zum Essen eingeladen. Andere syrische Flüchtlinge , denen sie geholfen hat, bringen ihre Dankbarkeit mit kleinen Gesten zum Ausdruck: Fünf syrische Männer brachten ihr am Weltfrauentag im März persönlich einen selbst gebackenen Kuchen vorbei - um ihrer"deutschen Mama" Danke zu sagen.