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Der Virenschutz steht an erster Stelle

Studie zur Internetsicherheit : Der Virenschutz steht an erster Stelle

Beim Thema Internetsicherheit gibt es Unterschiede in Bezug auf Geschlecht und Alter. Das zeigen zwei Studien. Am meisten sorgen sich die Befragten um die Sicherheit ihrer Daten und schädliche Software.

() Internetnutzer können für den Schutz ihrer Daten und Privatsphäre viel tun. Für 79 Prozent ist der Virenschutz dabei am wichtigsten, 61 Prozent achten auf sichere Passwörter. Datendiebstahl sowie Schadsoftware bereiten ihnen am meisten Sorgen. Das ergaben zwei Umfragen des Meinungsforschungsinstituts Innofact. Jeweils 1000 Personen über 18 Jahren wurden dafür Fragen wie diese gestellt: „Haben Sie selbst etwas unternommen, um Ihre Daten beziehungsweise Ihre Privatsphäre im Internet zu schützen?“ Die Meinungsforscher wollten auch wissen: „Was bereitet Ihnen die größten Sorgen, wenn Sie im Internet unterwegs sind?“.

Dabei stellte sich heraus, dass Passwortschutz zu den wichtigsten Themen zählt: 65 Prozent der befragten Frauen gaben an, dass sie auf sichere Passwörter achten, bei den Männern waren es 57 Prozent. Männer nutzten häufiger unterschiedlicher Passwörter für Dienste: 45 Prozent der Männer, aber nur 42 Prozent der Frauen legen Wert darauf.

Am deutlichsten zeigte sich der Geschlechterunterschied beim anonymen Surfen, um keine Spuren im Internet zu hinterlassen. 35 Prozent der Männer nutzen diese Möglichkeit, indem sie die Browsereinstellung ändern, bei den Frauen sind es nur 22 Prozent. Rund ein Viertel der Damen haben die permanente Ortung am Handy ausgeschaltet, die Privatsphären-Einstellungen für soziale Netzwerke angepasst oder treten in sozialen Medien nicht unter ihrem echten Namen auf. Bei den Männern liegen die Anteile jeweils bei etwa einem Fünftel.

Auch bei der Frage, was beim Surfen im Internet die größten Sorgen bereitet, gibt es Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Ob Datendiebstahl, Schadsoftware, Identitätsmissbrauch oder Betrug: Immer zeigten die Frauen mehr Furcht. Nur wenn es um die eigenen Datenspuren im Netz ging, waren die Sorgen der Nutzer mit 17 Prozent größer, als die der Nutzerinnen (zwölf Prozent).

Unterschiede ergaben die Studien, die im Auftrag des Internetdienstleisters Verivox durchgeführt wurde, nicht nur bei den Geschlechtern, sondern auch bei den Altersgruppen. „Sicherheitsbewusstsein ist oft altersabhängig“, erklärt Verivox dazu. Und obwohl junge Nutzer deutlich häufiger mit Online-Betrug, Mobbing, Hasskommentaren und pornografischen Inhalten konfrontiert werden, surfen die 18- bis 29-Jährigen besonders oft ungeschützt. Nur 68 Prozent dieser Gruppe, die von Verivox als Millennials bezeichnet wird, halten der Umfrage zufolge den Virenschutz aktuell, bei den Älteren sind 85 Prozent. Dafür ist den jungen Surfern die Privatsphäre wichtiger: 30 Prozent treten in sozialen Netzwerken nicht mit ihrem echten Namen auf, bei den Älteren bleiben nur 19 Prozent anonym.

Überrascht von den Ergebnissen der Millennials zeigt sich Eugen Ensinger, Telekommunikationsexperte bei Verivox: „Sie sind überdurchschnittlich oft von Bedrohungen im Netz betroffen. Gleichwohl zeigen unsere Daten, dass viele junge Onliner für gängige Maßnahmen nicht ausreichend sensibilisiert sind.“ 25 bis 30 Prozent der jungen Nutzer unter 30 verzichteten auf gängige Sicherheitsmaßnahmen, zum Beispiel die Vergabe unterschiedlicher Passwörter, die Trennung privater und öffentlicher Inhalte in sozialen Netzwerken oder das Ändern des WLAN-Passwortes zu Hause. Signifikant ist das Ergebnis beim Thema Virenschutz: 19 Prozent der Millennials möchten sich auch künftig nicht darum kümmern, bei den Nutzern zwischen 50 und 69 Jahren sagen das nur drei Prozent.

Kaum Unterschiede in Bezug auf Geschlecht und Alter zeigten sich bei Internet-Phänomenen wie Cyber-Mobbing (Diffamierung über das Internet), Trolle (Provokateure), Fakenews (gefälschte Nachrichten) oder Hasskommentare. Hier ist die Sorge bei allen Gruppen am geringsten.

Auffallend ist, dass sich die meisten Teilnehmer der Umfrage vor Bedrohungen fürchten, mit denen sie in der Realität nur selten konfrontiert waren: 35 Prozent der Befragten fürchten sich vor Betrug und gefälschten Bestellseiten, aber nur 17 Prozent haben persönliche Erfahrungen damit gemacht. Ähnliches gilt bei der Angst vor Identitätsmissbrauch, die 44 Prozent bestätigten, der aber nur acht Prozent bereits zum Opfer gefallen sind. Umgekehrt ist es bei Spam-Mails: 70 Prozent hatten bereits welche in ihrem E-Mails-Postfach, aber nur acht Prozent fanden dies besorgniserregend.