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Apps für einen nachhaltigen Lebensstil

Große Auswahl : Apps für einen nachhaltigen Lebensstil

Ob essen, einkaufen oder reisen – wer bewusster und ökologischer leben will, findet Unterstützung im Netz.

Apps und Webseiten mit Tipps und Informationen für einen nachhaltigen Lebensstil erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. 

Einige nehmen das Verhalten der Nutzer genau unter die Lupe, etwa der ökologische Fußabdruck der Hilfsorganisation Brot für die Welt oder der CO2-Rechner. Bei anderen, wie der Regio-App oder dem nachhaltigen Warenkorb, geht es allgemein ums Einkaufen. Eine dritte Gruppe spezialisiert sich auf einzelne Produktgruppen, wie der WWF-Fischratgeber, der erklärt, welche Arten überfischt sind und welche bedenkenlos gegessen werden können.

Oft gibt es zur Webseite gleich die App, doch nicht immer lohnt sich der Download. Michael Bilharz, der beim Umweltbundesamt den CO2-Rechner betreut, ist skeptisch bei Apps, die nur einen geringen persönlichen Vorteil für die Menschen bringen. Man nutze häufig eine App, um zu wissen, wie man von A nach B komme, die CO2-Bilanz rechneten die Menschen aber höchstens einmal im Jahr aus. Da hätten viele die App schon vergessen und suchten wieder bei Google.

Ein Beispiel für eine interessante Adresse ist für Bilharz die Naturtrip-Seite. Wer spontan einen Ausflug plant, gibt seinen Standort an, kann dann in Kategorien suchen und bekommt auf Wunsch sofort die beste Nahverkehrsverbindung angezeigt – derzeit allerdings erst einmal nur für Berlin und Brandenburg.

Häufig nachgefragt werden laut Bilharz Angebote, die sich ums Essen drehen. Auf der Webseite www.klimatarier.com schiebt man sich zum Beispiel virtuelle Zutaten auf den Teller und bekommt dazu die CO2-Emissionen angezeigt, sowohl in Kilogramm als auch umgerechnet in Autokilometer oder gefällte Bäume. Der Klimateller (www.klimateller.de) rechnet die Emissionen verschiedener Gerichte aus und hält Tipps und klimafreundliche Rezepte bereit. Auf der Seite www.toogoodtogo.de gibt es günstiges Essen aus Überschüssen.

Allerdings würden viele Apps oder Webseiten, etwa die Klimatarier, nicht mehr aktualisiert, sagt Bilharz. Doch während sich bei Saisongemüse wenig ändert, sollten Apps, die etwa auf Zusatzstoffe im Essen oder in Kosmetika hinweisen, Änderungen bei den Produkten schnell berücksichtigen.

So greife die beliebte App Codecheck auf eine Datenbank zurück, die teilweise veraltete Rezepturen nutze und in der bei einigen kritischen Inhaltsstoffen eine Bewertung fehle, sagt Kerstin Etzenbach-Effers von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Die App bietet Inhaltsangaben unter anderem für Lebensmittel und Kosmetika. Wie oft und wann zuletzt eine Aktualisierung erfolgt ist, darüber können die Informationen zu den Apps aus den App-Stores Aufschluss geben.  Auch die Zahl der Downloads und die Bewertungen der Nutzer sollten berücksichtigt werden.

Wollen Betreiber vor allem Geld verdienen, werden oft viele Nutzer-Informationen verlangt. „Wenn eine App Zugriff auf Ihre auf dem Smartphone gespeicherten Medien oder gar Ihr Telefonbuch möchte, sollten Sie überlegen, ob sich die Informationen beziehungsweise Funktionen nicht auch auf einer Webseite finden lassen“, rät Christine Steffen, bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, zuständig für digitalen Datenschutz.

Gerade bei Apps können viele persönliche Daten abgegriffen werden, die nicht für das Funktionieren erforderlich sind. Apps, die Barcodes oder Siegel scannen und entschlüsseln oder erklären, benötigen Zugriff auf die Kamera. Bei Aktivitäten im Freien oder dem Einkaufen ist der Standort wichtig. Es können aber auch Daten im Hintergrund gesammelt werden, ohne dass die App in Gebrauch ist.

Um dies zu verhindern, sollte man regelmäßig in den Einstellungen festlegen, auf welche Daten die App zugreifen darf.

Was bei der Vielzahl der Apps dennoch fehlt, ist laut Etzenbach-Effers ein Programm, das Produktgruppen-übergreifend bewertet und möglichst von einer unabhängigen Organisation wie Stiftung Warentest betrieben wird. Deshalb sollten Verbraucher weiterhin die klassischen Siegel auf den Produkten beachten. Insgesamt rät die Expertin, von jeder Produktgruppe, die zwei wichtigsten, anspruchsvollsten Siegel zu merken. (siehe Info)

(dpa)