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„Schwarze Woche“ einer Sportart

„Schwarze Woche“ einer Sportart

Nur zwei Tage nach dem Tod des australischen Kricket-Nationalspielers Philipp Hughes durch einen Kopftreffer verlor in Israel ein Schiedsrichter bei einem ähnlichen Unfall sein Leben. Ist die Sportart zu gefährlich?

Nach der zweiten Tragödie binnen drei Tagen beklagt der internationale Kricket-Sport die schwärzeste Woche seiner Geschichte. Durch den Tod des israelischen Schiedsrichters Hillel Oscar verlor 48 Stunden nach dem australischen Nationalspieler Philipp Hughes erneut ein Spielbeteiligter in dem bislang nicht als sonderlich riskant geltenden Sport sein Leben.

Schiedsrichter trägt einen Hut

Wie Hughes zwei Tage vor seinem Tod wurde der 55 Jahre alte Referee am Samstag in der südisraelischen Hafenstadt Aschdod im letzten Spiel der nationalen Meisterschaft von einem hart geschlagenen Ball tödlich am Schädel getroffen. Trotz Fluggeschwindigkeiten des Balles von bis zu gut 140 Stundenkilometer tragen Kricket-Schiedsrichter anders als die Spieler nur einen Hut und keinen Kopfschutz.

"Es ist schrecklich, dass innerhalb so kurzer Zeit zwei Unfälle tödliche Folgen haben. Das ist aber Schicksal , ich würde nicht sagen, dass Kricket als eine Risikosportart anzusehen ist. Ich glaube auch nicht, dass die schlimmen Nachrichten aus Australien und nun aus Israel Auswirkungen auf unseren Sport und seine Entwicklung in Deutschland haben", sagte Vizepräsident Lal Wijesinghe einen Tag nach Oscars Tod.

Wijesinghe und die Delegierten hatten am Samstag gerade ihren mit einer Schweigeminute für Hughes eröffneten Verbandstag in Hamburg beendet, als die Schreckensnachricht aus Aschdod die Kricket-Welt erneut erschütterte. Israels früherer Nationalmannschafts-Kapitän war bisherigen Erkenntnissen zufolge vom Ball, einer rund 160 Gramm schweren und mit Tauen sowie Leder umwickelten Korkugel, wie von einem Geschoss im Kieferbereich getroffen worden und kurz darauf gestorben.

"Wir stehen unter Schock. Wir wissen nur, dass der Ball in seine Richtung geschlagen wurde, er noch einen Ausweichversuch unternahm und dann hinfiel", sagte Präsident Naor Gudker vom israelischen Kricket-Verband. Oscar hatte nach seiner aktiven Karriere eine Schiedsrichter-Laufbahn eingeschlagen. Der frühere Auswahlspieler kam außer bei Ligaspielen auch bei Begegnungen auf internationaler Ebene und Europameisterschaften zum Einsatz. Wijenghe schloss die Einführung von Schutzkleidung auch für Schiedsrichter nicht aus: "In erster Linie muss der internationale Verband darüber entscheiden, aber darüber sprechen wird man sicherlich."

"Es war wohl Schicksal "

Schon der Tod von Hughes am vergangenen Donnerstag zwei Tage nach einem ähnlich schicksalhaften Unglück hatte eine Sicherheitsdiskussion in dem hauptsächlich auf der britischen Insel und in den Ländern des Commonwealth populären Sport ausgelöst. Nachdem der 25-Jährige von einem unkontrolliert fliegenden Aufsetzer unterhalb seines Schutzhelmes im Nackenbereich getroffen worden war und später aufgrund der eingetretenen Hirnblutung sein Leben verlor, waren Forderungen besonders nach einer Vergrößerung der Schutzhelme laut geworden.

Allerdings bezweifelte Australiens Nationalmannschaftsarzt Peter Brukner, ob ein verbesserter Helm das Unglück hätte verhindern können. "Es waren unglaublich seltene Umstände. Es sind nur 100 vergleichbare Unfälle bekannt. Es war wohl Schicksal ." Ein Schicksal , das zwei Tage später auf ähnliche Weise zuschlug.