1. Sport
  2. Saar-Sport

Kyereh erlöst die SVE

Kyereh erlöst die SVE

Die SV Elversberg hat dank eines späten Tores von Einwechselspieler Freddy Kyereh die TuS Koblenz mit 1:0 besiegt. Allerdings kassierten gleich drei Spieler die fünfte Gelbe Karte und fehlen im nächsten Spiel.

Es läuft die 90. Minute im Waldstadion an der Kaiserlinde. Die favorisierten Elversberger kämpfen, spielen aber nur mäßig und vergaben vor allem in der zweiten Halbzeit gute Torchancen. Auf der anderen Seite konnte sich die TuS Koblenz im zweiten Abschnitt kaum aus der Elversberger Umklammerung befreien. 600 Zuschauer rechnen mit der torlosen Punkteteilung. Doch dazu kommt es nicht.

SVE-Kapitän Timo Wenzel, der gestern seinen 37. Geburtstag feierte, schlägt den Ball weit nach vorne auf Mijo Tunjic, der die Kugel mit dem Kopf in den Koblenzer Strafraum verlängert. Der eingewechselte Freddy Kyereh kommt an den Ball, dreht sich um seinen Gegenspieler und hämmert ihn rechts ins Eck - der nicht mehr für möglich gehaltene 1:0-Siegtreffer für die Elversberger.

"Freddy, Freddy", skandierten die SVE-Fans auf der Haupttribüne. "Das war einfach nur geil. Ich denke, das war ein sehr wichtiges Tor", sagte der 21-Jährige, während seine Mannschaft feierte und Wenzel von den Fans ein Geburtstagsständchen gesungen bekam. "Das war ein geiles Gefühl beim Siegtor. Wir haben unglaublich gekämpft und uns dafür belohnt. Der Sieg war extrem wichtig", sagte Wenzel.

In der ersten Halbzeit war das Spiel der Elversberger aber alles andere als geil. Die Taktik im Mittelfeld mit einer Raute funktionierte nicht, und die TuS Koblenz hatte die klar besseren Chancen. Samir Benamar köpfte den Ball aus fünf Metern SVE-Torhüter Morten Jensen in die Arme (30.), und vier Minuten später grätschte Benamar zwei Meter vor dem SVE-Tor am Ball vorbei.

Nach dem Seitenwechsel kam bei der SVE Antonyos Celik für Nico Zimmermann, und aus dem Rautensystem wurde ein "normales" 4-4-2. Und dieser Schachzug funktionierte. Zudem wechselte Kronhardt mit Kyereh zum vierten Mal in Folge den Spielentscheider ein. "Ein bisschen Glück braucht man auch als Trainer", sagte Kronhardt, der nach einem Verbalgefecht mit Schiedsrichter Marcel Schütz auf die Tribüne musste (80. Minute).

Am Ende war aber auch das egal, denn nach dem Schlusspfiff wurde in Elversberg nur noch gefeiert - teilweise etwas zu überheblich. SVE-Spieler klatschen den Koblenzer Fans Beifall, und diese wollten sofort den Platz stürmen. Trotz bereits ausgehebelter Sicherheitstür konnten die Ordnungskräfte die Fans gerade noch zurückdrängen.

Noch eine Kuriosität am Rande: Mit Kevin Maek, Thomas Birk und Benjamin Förster sahen gleich drei SVE-Leistungsträger wegen unnötigen Fouls jeweils die fünfte Gelbe Karte und sind am kommenden Samstag bei Waldhof Mannheim gesperrt. "Deshalb können alle drei aber im ersten Rückrundenspiel gegen den FCS auflaufen", sagte Kronhardt augenzwinkernd.