Fußball-Regionalliga Südwest: Grech könnte Seitz’ Unterstützer werden

Fußball-Regionalliga Südwest : Grech könnte Seitz’ Unterstützer werden

Der 37-jährige Kapitän der SV Elversberg will eigentlich noch eine Saison spielen, möglicherweise als Standby-Profi und Teammanager.

In den vergangenen 15 Jahren gab es genau zwei Spieler beim Fußball-Regionalligisten SV Elversberg, die der Verein trotz ihres hohen Fußball-Alters unbedingt halten wollte. Der eine ist der Kapitän der Aufstiegs-Mannschaft aus dem Jahr 2013, Timo Wenzel. Wenzel wurde nach der aktiven Karriere 2015 Trainer der U21, machte die Trainerscheine von der B-Lizenz bis zum Fußball-Lehrer und trainiert ab der kommenden Saison den Regionalligsten FC Schweinfurt. Der andere ist Leandro Grech, der vor der aktuellen Saison mit überwältigender Mehrheit von den Spielern zum Kapitän gewählt wurde.

Zwei Mal scheiterte der schon 37-Jährige mit der SVE in der Relegation zur 3. Liga, beide Male verließ Grech unter Tränen den Platz. Vor dieser Saison bekam der Argentinier zunächst keinen Vertrag mehr. Als dann plötzlich mit Marco Kehl-Gomez ein eingeplanter Innenverteidiger den Verein in Richtung 1. FC Saarbrücken verließ, bekam Grech doch noch einen Kontrakt – doch der läuft am Saisonende wieder aus.

„Die SVE hat schon Kontakt zu meinem Berater aufgenommen. Konkrete Gespräche gab es noch nicht. Ich habe noch nichts, worüber ich entscheiden könnte“, sagt der 37-Jährige, der hohes Ansehen in der Mannschaft und auch im Verein genießt. „Leandro ist ein intelligenter Mensch, den wir in irgendeiner Form bei uns behalten wollen. Die Form ist allerdings noch völlig offen“, sagt SVE-Trainer und -Sportvorstand Roland Seitz, der unter der Woche den 29-jährigen Innenverteidiger Oliver Stang von der U23 von Borussia Mönchengladbach verpflichtet hat. Mit Marco Kofler (28) und Stang, der in Gladbach Kapitän war und als Führungsspieler eingeplant ist, hat die SVE für die kommenden Saison bereits zwei Innenverteidiger sicher. Mit Kevin Maek laufen Gespräche – den 29-Jährigen möchte die SVE behalten. Ist dann überhaupt noch Platz für Grech?

„Am liebsten wäre es mir, wenn ich noch eine Saison spielen könnte. Aber nur in einer Mannschaft, die wirklich das Ziel hat, ganz oben mitzuspielen. Nach der Saison wäre dann definitiv Schluss“, sagt Grech, der direkt nach dem Saisonende in sein Heimatland Argentinien fliegen wird. Vor drei Wochen ist sein Vater gestorben. Leandro, seine Frau und seine beiden Töchter konnten nicht bei seiner Familie sein. „Wir wollen unbedingt unsere Familie in Argentinien sehen. Ich werden in der Zeit in meiner Heimat aber auch die Prüfung zum Fußball-Lehrer absolvieren. Daran arbeite ich seit zwei Jahren“, erzählt der in Rosario geborene Fußballprofi, der seit zwölf Jahren in Deutschland lebt.

Dass die SV Elversberg ihn als Mensch und Fußballer schätzt und ihn weiter an sich binden möchte, ehrt ihn, wie er selber sagt. Aber der 37-Jährige möchte Klarheit haben, um welche Positionen es gehen könnte. „Ich habe mir in meinem Leben immer konkrete Ziele gesteckt und mache mich dann auf den Weg, diese zu erreichen. Ein Boot ohne Anker ist nichts für mich. Dann weiß man nie, wo man ist“, sagt er.

Seitz hatte, nachdem klar war, dass er künftig in einer Doppelfunktion arbeiten wird, angekündigt, dass der Aufgabenbereich als Trainer und Sportvorstand zusammen für einen allein zu viel Arbeit sei – und dass die SVE noch einen weiteren Co-Trainer oder einen Teammanager einstellen werde. Es wäre eine Möglichkeit, Grech in seine Karriere nach der Karriere einzuführen. Möglicherweise ja auch als Standby-Profi. In den kommenden Wochen sollen die Gespräche zwischen Grech, seinem Berater und dem Verein Klarheit bringen, wo die Reise hingeht. „Gott wird schon den richtigen Weg für alle wählen“, sagt der gläubige Christ.

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