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Tischtennis-Bundesliga
Ein Topspiel zum richtigen Zeitpunkt

Saarbrückens sportlicher Leiter Erwin Berg ist mit der Saison bisher zufrieden.
Saarbrückens sportlicher Leiter Erwin Berg ist mit der Saison bisher zufrieden. FOTO: Andreas Schlichter
Saarbrücken. Die Tischtennisspieler des 1. FC Saarbrücken haben an diesem Sonntag Tabellenführer Mühlhausen zu Gast in der Deckarmhalle. Von Ralph Tiné

Fünf Siege in Folge, vier von fünf gewonnene Entscheidungsdoppel und mit Patrick Franziska an der Spitze der Spielerrangliste – der 1. FC Saarbrücken Tischtennis gehört in der Bundesliga derzeit zu den ganz heißen Eisen. Für das Topspiel gegen Tabellenführer SV Mühlhausen hätten sich die Saarländer keinen besseren Zeitpunkt aussuchen können. An diesem Sonntag um 15 Uhr steigt die Partie in der Saarbrücker Joachim-Deckarm-Halle.


Mit einem Sieg können die Saarländer nach Punkten mit dem Spitzenreiter gleichziehen. „Wenn wir am Sonntag gewinnen, ist alles im Lot“, sagt der sportliche Leiter des FCS Erwin Berg. In diesem Fall könnte die jetzt schon enge Tabelle noch näher zusammenrücken. Mit 10:4 Zählern belegt Saarbrücken punktgleich mit dem Vierten Borussia Düsseldorf und dem drittplatzierten TTC Bergneustadt den fünften Rang. Spitzenreiter Mühlhausen liegt mit 12:2 Punkten nur aufgrund des etwas besseren Spielverhältnisses vor dem Zweiten TTF Ochsenhausen.

Dass sich Mühlhausen oben in der Tabelle bewegt, kommt für Berg nicht überraschend. „Die haben jetzt vier Klassespieler. Das haben ansonsten nur die beiden Übermannschaften Düsseldorf und Ochsenhausen. Allerdings hätte ich sie jetzt nicht direkt auf dem ersten Platz erwartet“, sagt der Macher der Saarländer. Mit dem Europameister im Doppel Daniel Habesohn (zusammen mit Robert Gardos) und dem Vize-Europameister im Einzel Ovidiu Ionescu sowie Steffen Mengel und Lubomir Jancarik bieten die Mühlhausener mehrere Schwergewichte auf. Zu was diese in der Lage sind, haben sie nicht zuletzt am dritten Spieltag mit ihrem 3:1-Sieg gegen Ochsenhausen unter Beweis gestellt.



Die Chancen für Saarbrücken stehen trotzdem gut am Sonntag. Immerhin hat der FCS die Mühlhausener schon im Pokal deutlich mit 3:0 bezwungen. Und personell bringen die Saarbrücker alles, was sie zu bieten haben, an den Start. „Wir treten mit unseren fünf Besten an“, sagt Berg. Neben dem herausragenden Franziska, der mit einer Einzelbilanz von 11:2 aktuell der beste Spieler der Bundesliga ist, werden Darko Jorgic, Tomas Polansky, Liao Cheng Ting und Tobias Rasmussen im Saarbrücker Kader stehen. Obwohl Rasmussen eigentlich nur an Position drei in der zweiten Mannschaft des FCS spielt, ist er mittlerweile regelmäßig im Bundesligateam im Einsatz. Als einziger Linkshänder im Aufgebot bringt Rasmussen im Doppel einen taktischen Vorteil, der schon gegen den TTC Grenzau (mit Jorgic) und den SV Werder Bremen (mit Franziska) gestochen hat. "Im Einzel liegt er ein Stück zurück. Aber er spielt einen sicheren Ball – und er hat keine Angst", lobt Berg die Vorzüge des Dänen im Doppel.

Auch Jorgic und Liao haben bei ihren Siegen gegen den TSV Bad Königshofen und den ASV Grünwettersbach schon gezeigt, dass sie gut harmonieren. So bleibt abzuwarten, wie die Saarländer ihre Mannschaft aufstellen werden. Franziska und Jorgic dürften gesetzt sein. Liao hat dagegen im Einzel bislang „unter seinen Möglichkeiten gespielt“, wie Berg sagt. Die wahrscheinlichere Alternative ist der von seiner Schulteroperation genesene Polansky, der beim 3:1-Sieg gegen Roskilde Bordtennis in der Champions League erstmals wieder an der Platte gestanden und dabei eine 1:3-Niederlage gegen Michael Maze eingefahren hat. „Ich kann nicht erwarten, dass ich nach so einer Verletzung sofort wieder mein bestes Tischtennis spiele“, sagt der 20-jährige Tscheche, der vor allem Spielpraxis braucht.