| 22:57 Uhr

Nationalmannschaft
Ein Unentschieden der besseren Sorte

Düsseldorf. Deutsche Fußball-Nationalmannschaft erreicht im ersten WM-Härtetest gegen Spanien ein 1:1.

Das macht Lust auf die WM: Die deutschen Fußball-Weltmeister haben beim Start ins WM-Jahr gegen technisch brillante Spanier erlebt, wie schwierig das Unternehmen Titelverteidigung wird. 86 Tage vor dem Auftaktspiel gegen Mexiko trennten sich die beiden Mitfavoriten am Freitagabend in einem hochklassigen Härtetest in Düsseldorf mit einem leistungsgerechten 1:1 (1:1). Thomas Müller sorgte mit seinem 38. Länderspieltor in der 35. Minute dafür, dass das Team von Bundestrainer Joachim Löw seine Erfolgsserie auf 22 Partien ohne Niederlage ausbauen konnte. Rodrigo brachte die Spanier vor 50 653 Zuschauern früh in Führung (6.). Schon am Dienstag muss sich die DFB-Auswahl gegen Brasilien erneut beweisen.


Sieben Weltmeister und vier Confed-Cup-Gewinner um Kapitän Sami Khedira bot Löw bei der Premiere in den grünen Trikots in seiner Startformation auf, die auch am 17. Juni gegen Mexiko in Moskau denkbar wäre. Gegen die elf deutschen Turniersieger der Jahre 2014 oder 2017 zeigten die Spanier sofort, dass das Duell kein Freundschaftsspiel sein konnte. In unfassbar hohem Tempo und mit großer Ballsicherheit agierten Andres Iniesta und seine Kollegen. Die DFB-Elf bekam erstmal überhaupt keinen Zugriff auf den Gegner. Die logische Konsequenz: Das frühe Tor der Gäste. Iniesta zelebrierte einen Traumpass kurz vor dem Strafraum in den Rücken des schlecht postierten Mats Hummels. Moreno ließ dem sonst souverän und aufmerksam agierenden Marc-André ter Stegen im deutschen Tor aus kurzer Distanz keine Chance.

Die spanische Überlegenheit setzte sich fort. In diesem WM-Test um ein gutes Gefühl zwölf Wochen vor Turnierbeginn spielten sich die Stars von Real Madrid und vom FC Barcelona in einen Technik-Rausch. Der Ball zirkulierte immer wieder durch die deutsche Defensive. Nach einem Stellungsfehler von Jonas Hector kontrollierte der überragende Isco den Ball mit der Brust, passte in die Mitte, doch ter Stegen konnte den Ball vor David Silva (18.) aufnehmen. Das deutsche Pressing verpuffte hingegen noch weitgehend.

Die etablierten Kräfte um Khedira und Müller waren es, die sich gegen die aufreizende Lässigkeit der Spanier mit Robustheit zur Wehr setzten – und sei es mit einem Foul wie Müller gegen Sergio Ramos. Und die Botschaft, sich nicht veralbern zu lassen, kam an. Müller zirkelte einen Ball unhaltbar für David de Gea ins Tor. Für den Münchner war es in seinem 90. Länderspiel der erste DFB-Treffer seit fast genau einem Jahr.

Der spanische Dirigent Iniesta wurde in der Halbzeit ausgewechselt. Doch das Spiel blieb hochklassig. Zumal die DFB-Elf nun viel mutiger agierte. Julian Draxler wurde ein Tor aus der Distanz von de Gea verwehrt (47.). Ilkay Gündogan, der für Khedira eingewechselt wurde, scheiterte mit einem Schuss an de Gea (56.). Sekunden zuvor hatte ter Stegen die DFB-Auswahl gegen Isco vor einem erneuten Rückstand bewahrt.



Der offene Schlagabtausch ging weiter. Dieser Fußball machte beiden Teams offensichtlich Spaß. Werner (64.) und Silva (68.) schossen für ihre Teams ans Außennetz (64.). Hummels (67.) köpfte auf die Latte. Jérôme Boateng blockte Diego Costa (76.) in höchster Not. Erst als in der Schlussphase oft gewechselt wurde, war es auch mit dem hohen Tempo vorbei.