Ein befreiender Gewaltschuss

Ein befreiender Gewaltschuss

Kaiserslautern. Es war mehr als ein einfacher Jubel. Vielleicht lag es zum Teil daran, dass es ein ausnehmend schönes Tor gewesen war, mit dem Albert Bunjaku gerade zum 2:0 getroffen hatte - volley aus gut 14 Metern

Kaiserslautern. Es war mehr als ein einfacher Jubel. Vielleicht lag es zum Teil daran, dass es ein ausnehmend schönes Tor gewesen war, mit dem Albert Bunjaku gerade zum 2:0 getroffen hatte - volley aus gut 14 Metern. Aber in diesem Jubellauf in Richtung Trainer Franco Foda lag irgendwie auch all das, was sich auf den Schultern von Bunjaku aufgetürmt hatte: "Ein Riesen-Dank an den Trainer, dass er mich immer motiviert hat und mich immer wieder aufgestellt hat, das ist nicht selbstverständlich." 804 Minuten war er in der 2. Liga ohne Tor gewesen. Bis zur 42. Minute, als er vom Elfmeterpunkt zum 1:0 für den 1. FC Kaiserslautern im Spiel gegen den FC Ingolstadt vor 24.353 Zuschauern getroffen hatte. Schon da hatte sich viel Druck gelockert. Abgefallen war die Last aber erst im kollektiven Jubel nach dem 2:0 in der 71. Spielminute.

"Die Mannschaft wusste, wie wichtig dieses Tor für ihren Kapitän war", sagte Abwehrspieler Florian Dick: "Er hat in den letzten Wochen viel abgekriegt." Sie wussten wohl auch, dass es die Entscheidung in einem Spiel war, in dem sich der FCK im Vergleich zu den vergangenen Wochen verbessert gezeigt hatte, in dem er sich aber lange Zeit trotzdem schwer getan hatte.

Foda hatte seine Mannschaft nach dem 1:1 bei Eintracht Braunschweig nicht verändert. Im Mittelfeld begann wieder Ariel Borysiuk neben Markus Karl und für Dominique Heintz spielte erneut Jan Simunek in der Innenverteidigung. Nun war das, was der FCK in diesen ersten 45 Minuten bot, bei weitem kein rauschendes Fußballfest. Aber nach dem, was die Mannschaft im letzten Heimspiel beim 0:0 gegen Bochum gezeigt hatte, war es immerhin ein erster Schritt nach vorne.

"Wir spielen generell wieder mehr Fußball im Moment", erkannte auch Mittelfeldspieler Mitchell Weiser. Nur mit den Torchancen war es wieder so eine Sache. Dass der FCK trotzdem mit einer 1:0-Führung in die Pause ging, lag vor allem an Außenverteidiger Michael Görlitz und Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus. Görlitz ging im Strafraum arg ungeschickt gegen Bunjaku zu Werke und Steinhaus entschied auf Elfmeter. Bunjaku trat an und traf zum 1:0 (42.). Gäste-Trainer Thomas Oral saß da nach einem Disput mit Steinhaus schon auf der Tribüne.

Doch noch sollte sich der Druck nicht lösen. Ein ums andere Mal war der FCK nun nach der Pause vors Tor gekommen, nur hinein wollte der Ball nicht. Bis zu dieser 71. Spielminute - und diesem Gewaltakt von einem Tor. Und so konnte sich am Ende noch ein anderer teilweise rehabilitieren. Nach Durcheinander im Ingolstädter Strafraum traf auch noch Mohamdou Idrissou, der zuletzt ebenfalls schwächelte, zum 3:0. Ein Sieg, den die Mannschaft durchaus als Wink an die Konkurrenz verstanden wissen will, wie Chris Löwe betonte: "Das war auch ein Zeichen, dass wir uns da nicht so einfach von Platz drei verdrängen lassen."