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Die Mannschaft will hoch, der Verein zögert

Kapitän Rouven Weber (links) und Ex-Profi Nico Zimmermann sind die Topspieler des SV Röchling Völklingen. Weber kündigt für die verbleibenden Spiele den Angriff auf die Tabellenspitze der Oberliga an. Foto: Ruppenthal
Kapitän Rouven Weber (links) und Ex-Profi Nico Zimmermann sind die Topspieler des SV Röchling Völklingen. Weber kündigt für die verbleibenden Spiele den Angriff auf die Tabellenspitze der Oberliga an. Foto: Ruppenthal FOTO: Ruppenthal
Völklingen. Röchling Völklingen ist auf Regionalliga-Kurs. Die Finanzen bereiten aber Sorgen. Trainer Erhardt will kein Himmelfahrtskommando. David Benedyczuk

Rein sportlich rückt der Aufstieg des SV Röchling Völklingen in die Fußball-Regionalliga Südwest Woche für Woche näher: Durch den 3:1 (0:1)-Sieg beim TuS Mechtersheim zogen die Hüttenstadter mit dem Tabellenzweiten nach Punkten gleich. Die Völklinger liegen zehn Spiele vor Schluss mit 46 Zählern nur fünf Punkte hinter Spitzenreiter TSV Schott Mainz. Platz eins ist greifbar, Relegationsplatz zwei sowieso.


Momentan sind es wirtschaftliche Faktoren, die im Hinblick auf die höheren finanziellen Anforderungen in Liga vier gegen die Regionalliga sprechen. Bereits im Dezember hatten sich die Verantwortlichen des Traditionsvereins zum möglichen Aufstieg geäußert: Das Thema solle zeitnah auf allen Ebenen erörtert werden, hieß es damals. Was Präsident Michael Arnold seinerzeit als Luxusproblem titulierte, wird nun richtig akut, denn bis zum 18. April um 15.30 Uhr muss der Verein zuallererst eine Bewerbung für die Regionalliga eingereicht haben.

Ob es dazu kommt, werden "Sponsoren- und Kostengespräche", die in den kommenden 14 Tagen anstehen, zeigen, sagt der Röchling-Vorsitzende Wolfgang Brenner: "Wir haben die Infrastruktur und die technischen Voraussetzungen. Aber das Geld ist das A und O. Wir würden die Regionalliga nur angehen, wenn die wirtschaftlichen Voraussetzungen es zulassen. Abenteuer gehen wir nicht ein." Völklingens Präsident Arnold sieht das genauso: "So verlockend das für unseren Traditionsverein sein mag - der Anforderungskatalog für die Regionalliga ist enorm und die Kosten viel höher", sagt Arnold. Er vermutet: "Es wird schwierig, den finanziellen Rahmen zu generieren, den wir für die Regionalliga benötigen - schwierig, aber nicht unmöglich." Eine Entscheidung in Sachen Bewerbung könne sich bis kurz vor Ablauf der Frist ziehen, sagt Arnold.

Und auch die Vertragsverlängerung mit Trainer Günter Erhardt lässt auf sich warten. Denn diese hängt mit den wirtschaftlichen Bedingungen unmittelbar zusammen. "Der Verein muss seine Hausaufgaben machen und einen Etat für beide Ligen aufstellen. Wenn der Kuchen dann groß genug ist und jedem schmeckt, ist es gut", erläutert Erhardt. Generell spreche wenig gegen einen Verbleib. "Ich fühle mich wohl. Und die Entwicklung ist positiv", sagt der Trainer. Mit Blick auf die Regionalliga betont Erhardt aber: "Ich werde nichts unterschreiben, was einem Himmelfahrtskommando gleichkommt." Die Position des Vereins ihm gegenüber ist eindeutig. "Wir wollen mit dem Trainer verlängern, ganz klar", sagt Brenner.

Auch in der Völklinger Mannschaft gibt es laut Kapitän Rouven Weber eine klare Marschroute. "Wir werden alles für den maximalen Erfolg geben. Ich bin jetzt 34 und nicht der einzige in dem Alter. Für einige ist es vielleicht die letzte Möglichkeit, die Meisterschaft zu holen oder den Aufstieg zu schaffen. Und für unsere jungen Spieler wäre es eine Riesenerfahrung. Es sind noch zehn Spiele. Wir werden alles raushauen, was wir haben", verspricht der Abwehrchef. Sollte sich der Verein sportlich qualifizieren und den Schritt tatsächlich wagen, stünde er bereit: "Man müsste sicher über die Rahmenbedingungen reden. Wir sind ja alle berufstätig oder Studenten. Aber abgeneigt wäre ich nicht, weil wir eine super Mannschaft haben. Ich denke auch, dass viele der Jungs bereit wären, diesen Weg zu gehen. Die Rolle als Außenseiter in der Regionalliga - das hätte einen Reiz."



Noch aber ist es soweit nicht. Zunächst steht morgen um 19 Uhr steht das nächste Oberliga-Spiel an, das Saarderby gegen den FV Diefflen: Beim 3:3 im Hinspiel gab der SV Röchling eine 3:0-Führung noch aus der Hand: "Es tut immer noch weh, wenn man daran denkt", sagt Weber. Dann lieber nach vorne schauen und die Aufstiegsträume reifen lassen.