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Bundesligisten fliegen nach Asien: Das große Geschäft liegt im fernen Osten

Bundesligisten fliegen nach Asien : Das große Geschäft liegt im fernen Osten

Lohnende Strapazen: Die Bayern, der BVB und Schalke reisen auch aus Marketing-Gründen nach Asien.

Viele Flugstunden, große Hitze, hoher Termin-Stress. Auch in diesem Jahr nehmen die Branchenführer der Fußball-Bundesliga zu Beginn der Saison-Vorbereitung eine strapaziöse Reise nach Asien in Kauf. Kurz nach Borussia Dortmund am Donnerstag brechen die Bayern und Schalker an diesem Sonntag in den Fernen Osten auf. Die Aussicht, auf dem weltweit größten Fußball-Wachstumsmarkt weitere Geldquellen zu erschließen, treibt sie dabei an.

Kritik an diesen bei Profis eher ungeliebten PR-Touren hält Uli Hoeneß für antiquiert. „Man kann es sich nicht leisten, von der Globalisierung zu sprechen, aber nicht dorthin zu reisen“, kommentierte der Bayern-Präsident. Die Münchner haben als erster deutscher Club auf den Trend reagiert. Nach 2000, 2007, 2012 und 2015 reisen sie bereits zum fünften Mal nach China. Diesmal für 13 Tage und damit fünf Tage länger als die Revierclubs.

Für den Konkurrenten aus Dortmund ist es der dritte Asien-Trip in Serie. „Wir wollen mit Nachhaltigkeit in wichtigen Regionen wachsen und mehr Fans und Sponsoren gewinnen“, sagte Carsten Cramer. Der BVB-Marketingdirektor verwies zudem auf den Nutzen für die gesamte heimische Liga: „Die Bayern und wir leisten vorbildliche Arbeit.“

Das Engagement macht sich mehr und mehr bezahlt. Anders als noch vor Jahren scheinen sich die asiatischen Fußballfans nicht nur für das Geschehen in England und Spanien, sondern auch verstärkt für die Bundesliga zu interessieren. Zumindest im digitalen Bereich hat das Premiumprodukt des deutschen Sports in China die Premier League bereits als Spitzenreiter abgelöst.

Ein weiteres Indiz für die gewachsene Popularität ist die starke Nachfrage nach Karten für das Spiel des BVB morgen in Japan bei Urawa Red Diamonds. Alle 60 000 Tickets waren in Rekordzeit vergriffen. Der positive Trend hilft dem deutschen Fußball in seinem vorrangigen Bestreben, mehr Gelder im boomenden fernöstlichen Medienmarkt zu generieren. Zudem steigt die Zahl der Geschäftspartner. „Wir haben bereits über 20 Sponsoren aus der Region. Das zahlt sich neben dem TV-Vertrag aus“, sagte Marketingchef Cramer. Der große wirtschaftliche Nutzen hilft, die sportlichen Nachteile klein zu reden. Denn zu einer optimalen Vorbereitung tragen die Reisen nicht unbedingt bei.