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0:0 im Topspiel der Fußball-Bundesliga zwischen Bayern und RB Leipzig

Bayern München gegen RB Leipzig : Ein Gipfel ohne große Erkenntnis

Das 0:0 im Topspiel der Fußball-Bundesliga zeigte, dass bei den Bayern und RB Leipzig noch Luft nach oben ist.

Julian Nagelsmann lachte und verwies an sein Pendant Hansi Flick. „Das darfst du jetzt beantworten“, sagte der Leipziger Trainer zum Münchner Kollegen schmunzelnd auf die Frage, wem dieses 0:0 nun im Titelrennen mehr helfe. Am 21. Spieltag, betonte Flick dann, „wird keine Meisterschaft vergeben. Die Bundesliga ist sehr spannend, und wir versuchen, unsere Position zu halten, aber das wird noch ein harter Weg.“

Auch wegen dieser nachvollziehbaren Plattitüden war es eher ein Bundesliga-Gipfel der Marke: ganz okay, aber viel erfahren haben wir nicht. Der FC Bayern hatte wie RB zeitweise geglänzt, zeitweise aber auch anfällig gewirkt. Dazu ließen Leon Goretzka (81./“Ich werde es noch ein paar Mal vor Augen haben“) auf der einen und Timo Werner (63./“Den muss ich machen“) auf der anderen Seite je eine Großchance ungenutzt. „Es war viel drin, es war aber auch gleichzeitig nichts drin“, sagte Thomas Müller und konstatierte ein „Okay-Ergebnis“.

Ermutigt durften sich gleichwohl die Leipziger fühlen, schließlich blieben sie nach den jüngsten ungenügenden Vorstellungen beim Fußball-Rekordmeister defensiv standhaft und erneuerten ihren Ruf als Titelanwärter. Werner äußerte durchaus Zuversicht. „Jetzt können wir von hinten angreifen“, sagte er. Und zum Trumpf wird womöglich, dass die Schale von den Sachsen ohnehin nicht erwartet wird – oder wie es Nagelsmann ausdrückte: „Wir müssen nicht Meister werden.“

Was dem FC Bayern unbedingt zu denken geben sollte, ist die in den letzten zwei Wochen erkennbare Leistungsdiskrepanz innerhalb eines Spiels. „Wir müssen schauen, dass wir wieder unser hundertprozentiges Vermögen abrufen“, sagte Sportdirektor Hasan Salihamidzic, das 5:0 im Januar gegen den FC Schalke 04 sei dafür der Maßstab. Und deshalb, riet Salihamidzic, solle der FC Bayern die Tabelle derzeit komplett außer Acht lassen: „Die nächsten neun, zehn Spiele müssen wir erst mal gewinnen.“

Thomas Müller wehrte sich andererseits ziemlich vehement gegen den Anflug einer Debatte über die Verfassung der Flick-Elf. „Die Formkurve ist exzellent“, stellte er mit einiger Übertreibung fest und begründete seine Sicht mit der sehr raschen Rückkehr auf den gewohnten Platz an der Tabellenspitze. Einschränkend fügte der 30-Jährige mit Blick auf das Leipzig-Duell hinzu: „Wir hatten nicht diese Energie, den absoluten Siegeswillen.“ Kapitän Manuel Neuer sah phasenweise Probleme im Aufbauspiel, zu viele verlorene Luftzweikämpfe und einen Mangel an Beweglichkeit. Flick monierte nach einer starken ersten halben Stunde vor allem fehlendes Tempo. „Wir haben die Dynamik vermissen lassen“, sagte der Coach.

Für diese Dynamik steht Kingsley Coman, dessen Rückkehr nach fast zwei Monaten Verletzungspause ebenso wie jenes von Lucas Hernández zu den erfreulichen Bayern-Aspekten gehörte. „Er ist ein Spieler, der den Unterschied machen kann“, sagte Salihamidzic. Und überhaupt: „Die Außenspieler sind ganz wichtig für uns.“ Von den Rückkehrern erhofft sich auch Flick Steigerungspotenzial. Er geht zudem davon aus, dass Robert Lewandowski nach seiner Leisten-Operation in der Winterpause noch Luft nach oben hat und auch Serge Gnabry zulegen wird.