1. Saarland

Wenn der Seelsorger aus St. Ingbert kommt

Wenn der Seelsorger aus St. Ingbert kommt

Schnappach. Schon seit dem 1. September gibt es in Sulzbach die "Pfarreiengemeinschaft Sulzbach" mit den Pfarrgemeinden Allerheiligen Sulzbach, Herz Jesu Altenwald, St. Marien Hühnerfeld und St. Hildegard Neuweiler als neue pastorale Einheit (wir berichteten mehrfach)

Schnappach. Schon seit dem 1. September gibt es in Sulzbach die "Pfarreiengemeinschaft Sulzbach" mit den Pfarrgemeinden Allerheiligen Sulzbach, Herz Jesu Altenwald, St. Marien Hühnerfeld und St. Hildegard Neuweiler als neue pastorale Einheit (wir berichteten mehrfach). Die organisatorische Änderung beruht auf einer Strukturreform des Bistums Trier, zu dem die vier Gemeinden gehören.Die fünfte katholische Kirchengemeinde im Sulzbacher Stadtgebiet, die Kuratie St. Barbara im kleinen Stadtteil Schnappach, ist von dieser Regelung nicht betroffen. Sie gehört zum Bistum Speyer. Zwar wurde Schnappach, das seit dem Mittelalter ein Ortsteil von St. Ingbert war, 1974 durch die Gebietsreform politisch nach Sulzbach eingemeindet. Im kirchlichen Bereich hat sich aber bisher nichts verändert, die historische Vergangenheit wirkt bis heute nach.

Strukturelle Konzentration

Noch immer ist die Pfarrei Schnappach nach St. Ingbert orientiert und wie diese ein Teil des Bistums Speyer. Dort gibt es aber ähnlich wie im Bistum Trier ebenfalls strukturelle Konzentrationen der Kirchengemeinden. Statt wie früher an eine einzelne Pfarrei angeschlossen, ist Schnappach heute mit derzeit sieben St. Ingberter Pfarreien in einen Verbund integriert, der die kleine Gemeinde - im Bistum Speyer Kuratie genannt - seelsorgerisch betreut. Verantwortlicher Pfarrer ist Arno Vogt von der Pfarrei St. Josef.

Zentrum der Gemeinde St. Barbara in Schnappach ist das eigene Gotteshaus an der Ecke Mariannenthaler-/Bayernstraße. Für eine gewisse Aktivität in der Gemeinde sorgt eine Frauengemeinschaft mit verschiedenen Zusammenkünften. Gottesdienste werden in der Pfarrkirche St. Barbara heute jedoch nur noch an jedem zweiten Sonntag um 9 Uhr gehalten. Hierzu kommt ein Priester eigens vom fünf Kilometer entfernten St. Ingbert über "sechs Eichen" nach Schnappach.

Die Sonntagsgottesdienste werden außer von einheimischen Pfarrangehörigen oft auch von Gläubigen aus dem angrenzenden Altenwald besucht, sagt Kurt Brenner vom Pfarrgemeinderat Schnappach. Andere seelsorgerische Aktivitäten oder Veranstaltungen in der "Außenstelle" Schnappach gebe es leider kaum noch. An einem der vergangenen Sonntage aber feierte die kleine Gemeinde ihr Pfarrfest. "Der gute Besuch dieses Festes macht mich deshalb besonders froh und glücklich", sagte Kurt Brenner hierzu. "Selbst der Sulzbacher Bürgermeister Michael Adam war da und lobte unsere Aktivitäten", war Brenner stolz.

Zur Pfarrgemeinde St. Barbara gehören nach Angaben der Stadtverwaltung Sulzbach derzeit 260 Katholiken. Der Ort Schnappach selbst zählt rund 500 Einwohner, 1974 waren es noch über 700 Bewohner.

Hintergrund

Für die ausdrückliche seelsorgerische Betreuung von Schnappach zuständig war bis vor vier Jahren Diakon Günter Boos aus St. Ingbert. Er war 1977 als Laie in Speyer zum Diakon geweiht worden und kümmerte sich 30 Jahre lang bis zu seinem Tod Ende 2007 praktisch Tag für Tag um "seine Pfarrei" und die Schnappacher "Schäfchen", erinnert Kurt Brenner vom Pfarrgemeinderat dankbar an diese Zeit. "Günter Boos und sein engagiertes soziales Wirken im Ort sind bei den Menschen in Schnappach unvergessen", betont Brenner. Einen Nachfolger für Diakon Boos gibt es zum Leidwesen der Schnappacher Katholiken aus Personalgründen des Bistums Speyer nicht mehr.

Die heutige Zuordnung zu den einzelnen Bistümern beruht auf den Konkordaten, die der Vatikan 1924 mit dem damaligen Land Bayern und 1929 mit dem Land Preußen abschloss. Die Verträge wurden 1933 von der deutschen Reichsregierung völkerrechtlich anerkannt und bis heute nicht geändert. Sie gelten deshalb unverändert weiter. Trier (Sulzbach) gehörte damals zu Preußen, Speyer (St. Ingbert mit Schnappach) zu Bayern. hs