Was gegen Diskriminierung hilft

Was gegen Diskriminierung hilft

Saarbrücken. Vor zwei Jahren startete das Bundesprogramm "Toleranz fördern, Kompetenz stärken"(TFKS). Insgesamt 48 Millionen Euro stellte das Bundesministerium für Familie, Frauen, Senioren und Jugend dafür bereit, um so "ziviles Engagement, demokratisches Verhalten und den Einsatz für Vielfalt und Toleranz zu fördern". Davon profitierte auch Saarbrücken

Saarbrücken. Vor zwei Jahren startete das Bundesprogramm "Toleranz fördern, Kompetenz stärken"(TFKS). Insgesamt 48 Millionen Euro stellte das Bundesministerium für Familie, Frauen, Senioren und Jugend dafür bereit, um so "ziviles Engagement, demokratisches Verhalten und den Einsatz für Vielfalt und Toleranz zu fördern". Davon profitierte auch Saarbrücken. Die Landeshauptstadt erhielt 150 000 Euro Bundesgeld, um damit rund 30 modellhafte Projekte von gemeinnützigen Organisationen zu unterstützen.Zeit, eine Zwischenbilanz zu ziehen: Was hat das Programm gebracht? Was hilft gegen Diskriminierung und rechte Gewalt? Diese Fragen wollen die Projekt-Beteiligten am Donnerstag, 15. November, mit Dezernent Kajo Breuer, Stadtverordneten und dem städtischen Begleitausschuss, der über die Bewilligung von Projekten entscheidet, öffentlich diskutieren. Vorab stellen sich in der TFKS-Werkstatt im U2-Raum in der Ufergasse 2 von 16 bis 19 Uhr auch die Projekte der Öffentlichkeit vor.

Koordiniert hat das Programm in Saarbrücken das Zuwanderungsbüro zusammen mit dem Institut Gesellschaftliche Integration und Migration an der Hochschule für Technik und Wirtschaft. Was also hilft gegen Diskriminierung? "Dem Problem kann man nicht nur mit einer einzigen Strategie begegnen", hat das Programm nach Ansicht von Veronika Kabis, Leiterin des Zuwanderungsbüros, gezeigt. Vielmehr brauche man dafür viele verschiedene Träger, die unterschiedliche Zielgruppen erreichen. Und viele verschiedene Methoden, wie Kabis betont: "Das kann mal ein Vortrag sein, mal ein Schulprojekt oder auch ein Chorfestival." Das bundesweite Treffen schwul-lesbischer Chöre, "Saarquereele", war eines der geförderten Projekte, ein anderes der Aufbau des Antidiskriminierungsforums. Das hat wiederum mit dem Lesben- und Schwulen-Verband Saar zusammengearbeitet, um auch Homosexuelle unter den Migranten besser zu erreichen. Die Folge, so Kabis: "Es kommen zunehmend Menschen mit Migrationshintergrund zur Beratung, und eine Selbsthilfegruppe wurde aufgebaut." Dem Umgang der Religionen mit dem Tod wiederum hat sich ein Projekt des Paul-Marien-Hospizes gewidmet, um so Migranten die Scheu vor einem deutschen Hospiz zu nehmen und die Mitarbeiter für deren besondere Bedürfnisse zu sensibilisieren. "Durch das TFKS-Programm sind auf diese Weise ganz neue Netzwerke entstanden, indem das Hospiz jetzt etwa mit der türkischen Gemeinde zusammenarbeitet", sagt Kabis.

Noch ein Jahr läuft das Bundesprogramm. Bis zum 14. Dezember können Projektanträge beim Zuwanderungsbüro eingereicht werden. Die TFKS-Werkstatt sei daher auch für Vereine, die sich bewerben wollen, interessant, betont Kabis. "Denn dort können sie persönlich mit uns in Kontakt treten."

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