Üppige Speise gegen zu viele Pfunde

Üppige Speise gegen zu viele Pfunde

Die Feiertage - gegessen. Und Thea triumphiert: Kein Gramm zugelegt. Anders als in den Jahren zuvor. Behauptet meine beste Freundin. Ganz atypisch bei den üppigen Mahlzeiten. Da schlug sie für gewöhnlich zu. Heiligabend beim Rinderbraten. Erster Weihnachtstag beim obligaten Unendlich-Gänge-Schmaus mit der Sippschaft im Restaurant ihres Vertrauens. Am zweiten mit Freunden zuhause

Die Feiertage - gegessen. Und Thea triumphiert: Kein Gramm zugelegt. Anders als in den Jahren zuvor. Behauptet meine beste Freundin. Ganz atypisch bei den üppigen Mahlzeiten. Da schlug sie für gewöhnlich zu. Heiligabend beim Rinderbraten. Erster Weihnachtstag beim obligaten Unendlich-Gänge-Schmaus mit der Sippschaft im Restaurant ihres Vertrauens. Am zweiten mit Freunden zuhause. Nicht zu vergessen: Die Silvester-Kombi aus fetttriefendem Käsefondue und überbordendem Raclette. Weil sich Thea nicht für eins entscheiden mochte. Ganz zu schweigen von Zuckerbergen, die sie vertilgte. Quasi in sich aufsog. Zwischen den Speisen. Glasierte Lebkuchen, dicke Tüten Zimtsterne, gewichtige Schokoweihnachtsmänner. Omi hatte Plätzchen gebacken, als erwarte sie eine biblische Hungersnot. Und nun? Alles verdrückt. Daran trägt Thea Mitschuld. Trotzdem Gewicht gehalten? Wie macht sie das nur?

Eigentlich will sie mehr, seit Jahren etliche Pfunde abstreifen. Balast abwerfen. So zuletzt ihr Vorsatz zum Jahreswechsel - 2011/2012. Daran arbeitet sie bis heute. Rackert sich ab. Übt Verzicht. Ganz streng. Sagt sie. Tobi ist skeptisch. Glaubt nicht, dass die kulinarische Weihnachtshingabe keinen Tribut zollt. Denn Thea schnauft gar heftig. Und das nicht vor Wut.

Da kommt ihr eine Idee: lädt Tobi zum Essen. Sie kocht. Selbst. Leichte Kost: Eierpfannkuchen. In reichlich Butter geschwenkt. Gefüllt. Mit deftigem Rosenkohl. Auf Sahnesoße. Als erster Schritt zur Diät. Tobi soll ihr in der Küche behilflich sein. Abgesehen vom fabrizierten Kalorienstau, kennt er ihre bescheidenen Kochkünste. Sie backt, unaufhörlich. Zwischenzeitlich schreitet Tobi zur Tür, ob weitere Gäste warten. Thea und Tobi bleiben unter sich. Sie wendet in der Pfanne, während die pappige Soße brodelnd im Topf blubbert. "Tobi, kannst du die Pfannkuchen rollen?" Er biegt, drückt und scheitert. Fragt belanglos: "Hast du eigentlich schon mal versucht, Schuhsohlen zu falten?"

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