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Tele-Arbeit - Warum denn nicht?

Tele-Arbeit - Warum denn nicht?

Hühnerfeld. Das Angebot von Arbeitskräften geht weiter zurück. Viele Firmen beklagen heute schon einen Facharbeitermangel. Auf der anderen Seite wünschen sich wieder mehr junge Menschen ein Familienleben mit Kindern, wobei beide Partner arbeiten wollen. Firmen, die ihren Mitarbeitern ein familienfreundliches Arbeitsklima bieten, werden die Gewinner dieser Gemengelage sein

Hühnerfeld. Das Angebot von Arbeitskräften geht weiter zurück. Viele Firmen beklagen heute schon einen Facharbeitermangel. Auf der anderen Seite wünschen sich wieder mehr junge Menschen ein Familienleben mit Kindern, wobei beide Partner arbeiten wollen. Firmen, die ihren Mitarbeitern ein familienfreundliches Arbeitsklima bieten, werden die Gewinner dieser Gemengelage sein. Diese Auffassung vertrat Ute Knerr von der Servicestelle für Unternehmen "Arbeit und Leben im Saarland" gestern beim Unternehmerfrühstück im Hotel Dolfi.Eingeladen hatte die Stadt Sulzbach und der Verein Familie gibt Aufwind. Untersuchungen zeigten, dass familienfreundliche Unternehmen geringere Fehlzeiten, kürzere Elternzeiten und eine geringere Fluktuation bei den Mitarbeiter hätten, betonte Familienstaatssekretärin Gaby Schäfer.

Nach Ansicht von Ute Knerr ist die Schaffung eines familienfreundlichen Arbeitsumfeldes eine wertvolle Investition in die Zukunft. So könnten Arbeitgeber ihren Mitarbeitern flexible Arbeitszeiten, Tele-Arbeit, aber auch eine betriebliche Kinderbetreuung anbieten. Ute Knerr machte aber auch deutlich: "Viele Eltern brauchen nicht unbedingt ein Rundum-Sorglospaket." Oft reiche es sogar, den Mitarbeitern nur entsprechende Informationen zu geben, beispielsweise wo es Betreuungsmöglichkeiten gibt.

Dass familienfreundliche Maßnahmen alle Mitarbeitenden erreichen, gehört nach Aussage von Personalleiter Jens Hartmann von den SHG-Kliniken in Völklingen zu den Zielvereinbarungen des Unternehmens. Außerdem habe man jetzt beschlossen, ein Kinderbetreuungszimmer einzurichten.

In der Stadt Sulzbach gibt es mit dem Familienservicebüro auch eine Informationsbörse. Träger ist der Verein Familie gibt Aufwind. Das Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf dürfe nicht nur auf dem Papier stehen, betonte die Vereinsvorsitzende Marliese Fuchs. Der Spruch "Mütter, die ihre Kinder in eine Betreuung geben, sind Rabenmütter", gelte heute nicht mehr.

"Für uns ist das Thema auch auf kommunalpolitischer Ebene von großer Bedeutung", unterstrich Bürgermeister Michael Adam. Er erinnerte daran, dass die Stadt das Büro mit 36 000 Euro im Jahr unterstützt. Unter anderem würden damit Projekte bei der Nachmittagsbetreuung an den Grundschulen gefördert. Nach Angaben von Birgit Klippert, die mit Sabby Cloos das Büro leitet, hat man einen Pool von Babysittern, Tagesmüttern aber auch von Leih-Omas und -Opas. Margit Hahn (49) aus Altenwald ist solche Tagesmutter. Zurzeit betreut sie den fünf Monaten alten Luuc. Sie hatte den Kleinen zum Unternehmerfrühstück mitgebracht. Sie bietet flexible Betreuungszeiten, von montags bis samstags, auch zu Randzeiten und zwar für Kinder von fünf Monaten bis zu sechs Jahren. "Der Spruch, ,Mütter, die ihre Kinder in eine Betreuung geben, sind Rabenmütter', gilt

heute nicht mehr."

Marliese Fuchs