1. Saarland

Tanzen überwindet Sprachbarrieren

Tanzen überwindet Sprachbarrieren

Saarbrücken. Sie hüpfen wie Flummis, tanzen im Kreis, werfen sich purzelbaumschlagend auf den Boden, klatschen in die Hände. Kaum verstummt die Musik, stimmen sie ein Freudengeschrei an. "Jetzt bekommt jeder ein Gummibärchen", erklärt David Graces das Belohnungsritual, das er bei jeder Hip-Hop-Probe wiederholt

Saarbrücken. Sie hüpfen wie Flummis, tanzen im Kreis, werfen sich purzelbaumschlagend auf den Boden, klatschen in die Hände. Kaum verstummt die Musik, stimmen sie ein Freudengeschrei an. "Jetzt bekommt jeder ein Gummibärchen", erklärt David Graces das Belohnungsritual, das er bei jeder Hip-Hop-Probe wiederholt. Seit Oktober vergangenen Jahres studiert Graves mit Kindern der Kindertagesstätte St. Johann zweimal pro Woche eine Hip-Hop-Choreographie ein. Der Tanzlehrer arbeitet ehrenamtlich. Denn seine Kinder Dustin (5) und Lennox (3) besuchen die Kita. "Meine Kinder tanzen sehr gern", erzählt Graves. Und auch die 14 anderen Kinder sind mit viel Spaß bei der Sache. Unterstützung bekommt David Graces bei den Tanzkursen von Gavin Thomson. Der angehende Kinderpfleger stammt aus Schottland und macht im Rahmen seiner Ausbildung ein Praktikum in der Kita. Er assistiert nicht nur beim Hip-Hop, sondern leitet auch eine eigene Tanzgruppe: Schottische Volkstänze stehen mittwochs um neun Uhr für die Kleinen auf dem Programm. Das Tanzen mache auch pädagogisch Sinn, betont Kita-Leiterin Elke Ehring. "Wenn Bewegungen mit einfließen, entwickelt sich das Sprachzentrum schneller. An der Motorik eines Kindes können sie erkennen, wie sicher es im Sprachverhalten ist." Auch aus einem anderen Grund sei Tanzen ein ideales Medium: "Die Musik verbindet", weiß Ehring. Wichtig ist das insbesondere für Kinder, die eine andere Sprache als Deutsch als Muttersprache haben und verbal noch nicht so gut kommunizieren können. Beim gemeinsamen Hip-Hop-Tanzen gibt es für sie keine Sprachbarrieren. Das gefällt auch Nga (6) und Shari (6), die vergnügt auf der Bank sitzen und ihre Gummibärchen in Empfang nehmen. Die einstudierten schottischen Volkstänze und die Hip-Hop-Choreographie werden die Kinder am 1. Juni beim "Fest der Sinne" präsentieren. rae