| 16:56 Uhr

Doppelter Polizei-Einsatz wegen Schlägereien

Polizisten in gelben Westen filzen einen der mutmaßlichen Schläger (im blauen T-Shirt) am neuralgischen Treffpunkt in der St. Wendeler Mott.
Polizisten in gelben Westen filzen einen der mutmaßlichen Schläger (im blauen T-Shirt) am neuralgischen Treffpunkt in der St. Wendeler Mott.
St Wendel. Zweimal innerhalb kürzester Zeit sind sich junge Leute in der St. Wendeler Innenstadt an den Kragen gegangen. Erst als Polizisten sie des Platzes verwiesen, kehrte Ruhe ein. Matthias Zimmermann

Immer wieder kommt es in der Innenstadt zu Raufereien. Immer wieder muss die Polizei dazwischengehen. Und immer wieder ist jede Menge Alkohol im Spiel. So auch am Dienstag, als es in der St. Wendeler Mott abermals zu faustdicken Zwischenfällen kam.



Das erste Mal mussten Ermittler gegen 17.30 Uhr anrücken. Mit gleich drei Kommandos machten sie sich auf den Weg, um Streithähne auseinanderzubringen. Wie ein Polizeisprecher berichtet, waren sich zwei junge Männer an die Gurgel gegangen. Ein 17-Jähriger und ein 20 Jahre alter Kontrahent, beide aus dem St. Wendeler Stadtgebiet, lieferten sich eine heftige Schlägerei. Per Notruf waren die Beamten darüber informiert worden. Als sie an besagter Stelle rund um den Treppenaufgang der Tiefgarage eintrafen, waren die beiden Streithähne schon auf und davon.

Dafür hielten sich noch an die zehn Jugendliche am Tatort auf. Die Polizei vernahm die Zeugen und bekam den wahrscheinlichen Auslöser für den heftigen Streit heraus: Eifersucht soll dazu geführt haben. Es sei um die Ex-Freundin eines der beiden an dem Zoff Beteiligten gegangen. Es dauerte nicht lang, da griffen Polizisten in der Nähe des innerstädtischen Platzes zu. Dabei stellte sich heraus, dass der Ältere bei der Attacke leicht verletzt worden war.

Die Ordnungshüter zogen ab, beobachteten aus Entfernung noch eine Weile die Gruppe. Die Lage schien sich zu beruhigen. Eine trügerische Ruhe, wie sich wenig später herausstellen sollte.

Abermals wurde es laut. Erneut schrien sich einige aus der Gruppe wütend an. Schimpfwörter aus der untersten Schublade flogen. Zwei Männer - zumindest einer von ihnen war bereits rund zwei Stunden vorher in den ersten Zoff verwickelt - lösten sich anbrüllend aus der Gruppe. Sie schubsten sich Richtung Mia-Münster-Straße, beschuldigten sich gegenseitig kaum verständlicher Fehltritte.

Dann rissen sie sich gegenseitig an den Klamotten und schlugen aufeinander ein. Sie gingen zu Boden, wo sich halbnackt der Streit zu einem Ringkampf ausartete. Eine junge Begleiterin, die am Rande stand, forderte flehend mehrmals von den beiden Schlägern, aufzuhören. Sie krisch förmlich, was die Männer aber ignorierten. Unentwegt nahmen sie sich in den Schwitzkasten und schlugen dem Gegner ins Gesicht.

Bis die Polizei abermals in Aktion trat. Jetzt so plötzlich, dass sie herausfand, wer auf wen eindrosch. Der Polizeisprecher in Nachhinein: "Einer der beiden war erheblich betrunken."

Lauthals berichteten die Schläger den Ermittlern jeweils ihre Sicht der Dinge für den eskalierten Streit. Dabei blieben beide aufbrausend. Einer faselte darüber, schon seinen imaginären Anwalt über den Vorfall unterrichtet zu haben.

Dieses Schauspiel zog sich eine Weile hin, bis es den Einsatzkräften zu bunt wurde. Um eine erneute Konfrontation auszuschließen, verwiesen sie die jungen Leute des Platzes. Danach blieb es für den Rest des Abends und in der Nacht ruhig. Was zu dem weiteren Zoff geführt hatte, ist noch nicht geklärt.

Die jungen Schläger sind übrigens nicht das erste Mal aufegflogen. Der Polizeisprecher: "Meine Kollegen haben mir mitgeteilt, dass sie bereits bekannt sind."

Rückblick: Im Februar vergangenen Jahres war es unter anderen Beteiligten zu einer weit heftigeren Hetzjagd in St. Wendel gekommen. Damals war die Mott ebenfalls Ausgangspunkt. Junge Leute verfolgten ihr junges Opfer, rannten ihm in einen nahen Frisörsalon nach. Ohne Rücksicht auf die dortigen Kunden verfolgten sie den Mann. Dann ging's weiter Richtung Dom. Als die Polizei mit Blaulicht und Einsatzhorn auftauchte, lief die grölende Meute blitzschnell auseinander. Dennoch kam es zur Anzeige.

Im November traf es an selber Stelle, am Tiefgaragen-Aufgang, einen Jugendlichen aus Freisen. Der 16-Jährige war von einem Unbekannten grundlos mehrmals mit der Faust gegen den Kopf geschlagen worden. Dann flüchtete der Angreifer nach Polizeiangaben Richtung Bahnhof.

Ein Streithahn zieht seinem Gegner das T-Shirt über den Kopf.
Ein Streithahn zieht seinem Gegner das T-Shirt über den Kopf.
Kurze Zeit später holzen die beiden Jungen auf offener Straße.
Kurze Zeit später holzen die beiden Jungen auf offener Straße.
Polizisten befragen junge Leute als Zeugen der Schlägerei. Fotos: hgn
Polizisten befragen junge Leute als Zeugen der Schlägerei. Fotos: hgn
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