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Brand in Psychiatrie: Experten ermitteln

FOTO: hgn
St Wendel. Ein komplette Abteilung der St. Wendeler Marienhausklinik ist seit Mittwochabend gesperrt. Der Schaden beläuft sich nach Polizeiangaben auf mehr als 100 000 Euro. Matthias Zimmermann

Feuer im Krankenhaus: Dieser Alarm hat für die Rettungsteams am Mittwochabend Großeinsatz bedeutet. Was war passiert? In einem Zimmer der Psychiatrie der Marienhausklinik in St. Wendel war ein Brand ausgebrochen. Genauer: im Bad eines Patientenraumes in der zweiten Etage am Ende des Ganges, berichtet Thomas Backes am Morgen danach. "Geistesgegenwärtig hat ein Pfleger den Mann aus dem Zimmer gezogen", lobt der Pflegedirektor das rasche Handeln seines Mitarbeiters. Obwohl der Raum und der lange Korridor bereits komplett mit stickigem Rauch erfüllt war. Zu diesem Zeitpunkt waren drei weitere Patienten in einem benachbarten Zimmer untergebracht. Ihnen blieb da der Fluchtweg durchs Gebäude bereits verwehrt. Zu gefährlich dicht hatte sich da der Qualm bereits ausgebreitet.



Feuerwehrleute holten die Eingeschlossenen über eine Drehleiter heraus. Alle vier Opfer erlitten Rauchvergiftung, meldet Feuerwehrsprecher Dirk Schäfer. Der 24 Jahre alte Mann, in dessen Zimmer sich das Feuer entzündet hatte, lag am Donnerstag noch in der Intensivstation, ergänzt Pressesprecher Georg Himbert vom Landespolizeipräsidium in Saarbrücken. Es schwebe aber keiner in Lebensgefahr, ergänzt Backes.

Brandsachverständige der Polizei untersuchten am Donnerstagvormittag die Stelle, wo mutmaßlich das Feuer seinen Anfang fand. Nur mit Mundschutz gingen sie in den verrußten Raum, suchten nach Spuren. Nicht nur dieses Zimmer war an den Wänden flächendeckend pechschwarz. Der gesamte Flur wies Rauchspuren auf, die ansonsten klaren Fensterscheiben waren annähernd blickdicht. Überall an der Decke zogen sich Spuren, wo der Qualm vorbeigezogen war. In der Luft lag auch viele Stunden nach dem Unglück ein beißender Gestank. "Die Renovierung wird Wochen dauern", prognostiziert der kaufmännische Direktor Thomas Gärtner. Und Polizeisprecher Himbert schätzt nach erster Sicht der Lage die Schadenssumme auf "mehr als 100 000 Euro.

Noch am Abend war die betroffene Abteilung geräumt worden, wurden 19 Patienten in anderen untergebracht. "Das klappte alles sehr gut, ging ruhig und diszipliniert über die Bühne", erklärt Backes. Zwei Etagen mussten evakuiert werden: das zweite Stockwerk, in dem sich der Zwischenfall ereignet hatte, und das darunter.

Da die Psychiatrie ein separater, schlichter Nutzbautrakt ist und mit der Klinkerhausklinik nur durch einen stählernen Gang verbunden ist, wurde das Haupthaus nicht in Mitleidenschaft gezogen, ergänzt Heribert Frieling, Sprecher der Marienhaus-Gesellschaft.

Die Feuerwehr und weitere Helfer waren am Mittwoch gegen 19.30 Uhr alarmiert worden. Zwar war der eigentliche Brand rasch gelöscht, doch mussten sich die Wehrleute anschließend noch darum kümmern, den Rauch aus dem Gebäude zu bekommen. Zweieinhalb Stunden waren sie vor Ort. 60 Feuerwehrleute und 30 Helfer anderweitiger Organisationen, berichtet Schäfer.

Zum Thema:Diese Helfer waren im Einsatz: Feuerwehr-Löschbezirke St. Wendel-Kernstadt, Urweiler, Oberlinxweiler, Einsatzleitwagen des Löschbezirks Mittleres Ostertal, Bliesen; Rettungswagen aus St. Wendel, Ottweiler, Neunkirchen, Türkismühle, Freisen, Tholey; Notärzte aus St. Wendel und Ottweiler; der organisatorische Leiter des Rettungsdienstes und Polizei. (Quelle: Feuerwehrsprecher Dirk Schäfer)

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