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Fastnacht
Freisener Narrenschar zündete ihre Raketen

Sportlich und tänzerisch wurde es bei den Powergirls. Verkleidet als Fußballer und Cheerleader begeisterten sie das Publikum.
Sportlich und tänzerisch wurde es bei den Powergirls. Verkleidet als Fußballer und Cheerleader begeisterten sie das Publikum. FOTO: Ralf Mohr
Freisen. Im Kolpinghaus stand die erste Kappensitzung der Session an. Das närrische Volk erlebte einen Abend mit viel Witz, Tanz und Show.

Pünktlich um 20.11 Uhr begrüßte Jutta Wita die Gäste im Freisener Kolpinghaus zur ersten Kappensitzung der Session. Nach dem Einmarsch der Garden begeisterten die Freisener Funken die vielfältig kostümierten Gäste mit der ersten Tanzvorführung des Abends so sehr, dass gleich eine Zugabe verlangt wurde. Dann ging es humoristisch weiter. In einem Sketch wurden die närrischen Gäste in eine Apotheke entführt. „Eich benn jo froh, dass Sie wenigstens bei mir ihr Medikamente kaafe und net em Internet bestelle“, wandte sich der Apotheker an die Kundin. „Geh mer fort met dem Internet. Do hann ich mer letschd erscht e Virus gefang“, konterte die schlagfertige Dame. Sehr zur Freude konnte ihr der Apotheker auch „Zäpfchen zum Einführungspreis“ anbieten, was das Publikum vor Lachen schreien ließ.



Nach so viel Klamauk mussten sich die Zwerchfelle erst einmal erholen und hatten dazu Gelegenheit während des Auftritts des Tanzmariechens Emily Backes, das gekonnt die Beine fliegen ließ. Ein Blick in die traute Zweisamkeit gewährten Der Olle und sei Dolles. „Stell der vor, eich hann em Lotto gewonn“, verkündetet die Angetraute stolz. „Ei das es jo super. Wo fliehe mer dann hin?“, stellte der Gatte die berechtigte Frage. „Dau fliescht als allererschtes mol do raus“, verblüffte dann die Göttergattin nicht nur den perplexen Ehemann. „Annere Männer hewe ihr Fraue in de Himmel“, lamentierte sie weiter. „Dat däht eich jo ach mache, wenn ich wischd, dass de owe bleibschd.“ Kopfnicken im Publikum zeugte von ähnlichem Empfinden bei der männlichen Narrenschaft. „Dau hascht mich jo von Anfang an beloh“, verkündete die keifende Gattin. „Dau haschd gesaht, dau wärscht Tischler“. „Eijo – das benn ich jo aach. Stammtischler.“ Zu guter Letzt wusste dann aber doch jeder und jede, wo er oder sie hingehört und mit einem Augenzwinkern bekundete der griesgrämige Gatte doch noch seine Zuneigung. „Wer nicht liebt Wein, Weib und Gesang, der schont sei Geldbeidel und sei Strang.“ Für so viel humoristische Spitzen ernteten André von Ehr und Tina Kleinbauer die erste Rakete des Abends.

Sportlich und tänzerisch ging es mit den Powergirls weiter. Als Fußballer und Cheerleader begeisterten sie mit einer fetzigen und temporeichen Tanzvorführung das Publikum so sehr, dass sie an einer Zugabe nicht vorbei kamen. Jutta Wita stellte dann ihr Volkshochschulprogramm des Männerseminars vor. Als Julia Tomasziewiez mit eindeutig osteuropäischem Migrationshintergrund offenbarte sie die Unzulänglichkeiten der Männerwelt. „Wie schraube ich eine Zahnpastatube zu“, oder „Die Toilettenpapierrolle. Wechselt sie sich selbst?“ Sie sprach damit der weiblichen Zuhörerschaft offenbar sehr aus der Seele, denn wildes Gekreische und heftiges zustimmendes Nicken ließ der Vermutung Raum, dass es in einigen Haushalten wohl dementsprechenden Handlungsbedarf gibt.

Grundlegende Unterschiede zwischen Wäschekorb und Fußboden wurde dabei ebenso erörtert wie der Weg des benutzten Geschirrs zur Spüle. Es wurde auch die Frage aufgeworfen, ob es genetisch unmöglich sei, gelassen zu bleiben, während sie rückwärts einparkt. Existenziell sicherlich auch das Seminar „Männerschnupfen – Umgang mit der Todesgefahr“. Jutta Wita alias Julia Tomasziewiez gab zumindest der Hoffnung Ausdruck, dass ein Besuch ihrer Seminare den Weg zu einem besseren Verständnis unter den Geschlechtern ebnen könne.

Vor der Pause ließ es die KVF-Garde noch einmal richtig krachen und die Mädchen strahlten mit den Scheinwerfern um die Wette bis das Publikum fast tobte. Nach der Pause ging es mit „Erna on Tour“ und die Starlights ließen es als Gladiatoren kämpferisch und tänzerisch heiß hergehen. Beim Sketch im Wartezimmer fand sich wohl so mancher der Besucher wieder und das Männerballett brachte in diesem Jahr als Clowns einen Hauch von Zirkus auf die Freisener Fastnachtsbühne.

Der Antialkoholiker war Gegenstand der letzten Büttenrede des Abends bevor das Showballett mit einem Best-of die Höhepunkte der vergangenen Sessionen vorüber ziehen ließ. Mit der Band Nightlife, die die Kappensitzung durch den Abend begleitete klang, die Veranstaltung aus.

In Freisen durfte geschunkelt werden: Zu den Klängen der Band Nightlife kamen die närrischen Gäste ihrem angestauten Bewegungsdrang nach.
In Freisen durfte geschunkelt werden: Zu den Klängen der Band Nightlife kamen die närrischen Gäste ihrem angestauten Bewegungsdrang nach. FOTO: Ralf Mohr