Verwunschenes und Abstraktes

Die Theleyer Künstlerin Gabi Schuld-Herter stellt derzeit in der Johann-Adams-Mühle aus.

Erwartungsvoll versammeln sich rund 30 Besucher im schmucken Hof der Johann-Adams-Mühle in Theley. Einem Schiffshorn gleich ertönt plötzlich der tiefe Bass eines Saxofons. Das Startsignal für Gabi Schuld-Herter, die Pforte zum ehemaligen Kleintierstall der Mühle zu öffnen und die Besucher hineinzubitten. Unter dem Titel "Verwunschenes und Abstraktes" präsentiert die Tholeyer Künstlerin bis zum 28. Mai in dem für kulturelle Anlässe umfunktionierten Raum der Mühle 15 großformatige Leinwandbilder.

Die musikalische Einstimmung auf die Vernissage haben vier Musikerkollegen der Künstlerin aus dem Musikverein Winterbach übernommen. Die Saxofonisten treten unter dem Namen Sax meets Arts auf. 1963 in Bliesmengen-Bolchen geboren hat es Gabi Schuld-Herter 2014 nach Tholey verschlagen. Im Erdgeschoss eines dort erworbenen Hauses hat sich die Künstlerin in den Räumen eines ehemaligen Friseursalons ihr Atelier "Kunstträumerin" eingerichtet. Das besondere an ihrem 60 Quadratmeter großen Ateliers ist das große Schaufenster sowie eine sechs Meter lange Wand, an der sie ihre Werke präsentieren kann. "Durch das große Schaufenster kann ich mich bei meinem Schaffensprozess öffnen. Passanten können mich beim Malen beobachten. Manchmal klopft auch jemand an die Scheibe und kommt dann herein", schwärmt Gabi Schuld-Herter. "Das Malen ist für mich eine große Leidenschaft und fast schon ein Grundbedürfnis und wichtig für Geist und Seele", so die Künstlerin über ihre Motivation. Vor 20 Jahren fing sie als Autodidaktin mit der Malerei an. Gabi Schuld-Herter malt und experimentiert gerne mit verschiedenen Techniken und Stilen. Die Acryl- und Aquarell-Malerei bilden dabei einen Schwerpunkt ihres künstlerischen Schaffens. Das spiegelt sich auch in ihrer aktuellen Ausstellung in der Johann-Adams-Mühle wieder. Verwunschene und abstrakte Themen hat sie oft intuitiv auf die Leinwand gebracht und dabei von ihren Gefühlen geleitet mit den Strukturen des Pinselstrichs experimentiert. Bilder mit den Titeln "Eis" oder "Eisvogel" sind in kühlen Grau-Blau-Tönen gehalten. "Herz", "Wachgeküsst" oder "Die Königin" erstrahlen in lebensfrohen rot-pink-farbenenen Tönen. In warmen Erdtönen ist die Bildreihe "Evolution" gehalten. Auf vielen ihrer Bilder tauchen immer wieder florale Motive auf. Ein Ausdruck ihrer Naturverbundenheit, die sie als ehemalige Gärtnermeisterin zeitlebens verspürt hat.

Ein Eindruck von der Austellungseröffnung. Foto: M. Schmidt. Foto: M. Schmidt

Die Ausstellung ist bis zum 28. Mai sonn- und feiertags von 14 bis 18 Uhr in der Johann-Adams-Mühle geöffnet.