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Frauenfastnacht der kfd in Alsfassen

Fastnacht : Diese Frauen erobern nicht nur das Internet

„Ein Hoch auf uns“, singt die Theatergruppe der katholischen Frauengemeinschaft (kfd) St. Anna Alsfassen selbstbewusst. Zwei gut besuchte Fastnachtshows liegen im Kulturzentrum noch vor den Darstellerinnen, und die sind bereits im Feiermodus.

„Habt Vertrauen, es geht nichts ohne Frauen“, beruhigt Edda Klein die erwartungsfreudigen Narren im Saal. Denn, dass ohne Frauen künftig nichts laufe, habe ja sogar mittlerweile die katholische Kirche kapiert.

Wie geschickte Hütchenspieler hantiert zur musikalischen Eröffnung der Nachwuchs mit den Bechern und klopft den „Cupsong“ auf die Tischplatte. Der Rest des Ensembles schmeißt sich derweil im Keller in die Klamotten und taucht wechselweise mit unmöglich komischen Sketch- und Gesangsnummern wieder auf der Bühne auf. Dass sich Anne (Anne Klein) ein Schachspiel zugelegt hat, ist gelinde gesagt wie Perlen vor die Säue geworfen. Sie hat null Plan. „Ich schlage ihr Pferd“, sagt Mitspielerin Moni (Monika Egler) nach einem cleveren Zug. Daraufhin will sie Anne wegen Tierquälerei verklagen.

Was Dozentin Sandra (Sandra Groß) beim Computerkurs für Senioren aushalten muss, ist unvorstellbar. „Wo ist das Internet und wie fährt man da hin“, will Teilnehmerin Edda (Edda Klein) wissen. Nur an Emil könne sie eine Email schreiben, meint Seniorin Christina (Christina Schönecker). Nichts haut mit den Oldies hin, einfach alles zwecklos, und die entnervte Dozentin wirft das Handtuch. „Junge Leute sind halt nicht mehr belastbar“, kontert die Kurssprecherin Edda.

Die drei Lästerschwestern (Monika Egler, Marion Keller, Maria Weiler) geben singend zu: „Mir sin, wie mir sin“. Und dabei ist der Mann oft nur Mittel zum Zweck. „Meiner wollte eine Beziehung wie im Märchen, da habe ich ihn im Wald ausgesetzt“, brüstet sich Monika. Mit einer entspannten Sprechweise à la Kabarettist Rüdiger Hoffmann berichtet Christina (Christina Schönecker) von atemberaubenden Erlebnissen mit Ehemann Karl.

In Bayern gibt es ein Ankerzentrum für Bienen und der Blechkuchen Bienenstich wird verboten, das kommt beim Zwiegespräch zwischen Biene Maja (Ursula Weiland) und Willi (Udo Recktenwald) raus. Zunächst mundfaule Mönche driften später beim Showtanz in die Discoszene ab und animieren die Narren vor der Pause zum Tanz mit Trockenübungen.

Nach der kurzen Erholungsphase faselt Krankenschwester Edda, dargestellt von Edda Klein, über ein spritziges Berufsleben. Jetzt ist es doch noch rausgekommen: Die Millionen beim Lotto hat die Alsfasserin Evi (Evi Färber) abgeräumt. Das vom Lottogewinn bislang noch niemand etwas mitbekommen hat, liegt an dem tollpatschigen Fernsehteam, das bei den Dreharbeiten völlig versagt.

Dagegen ist Mary aus Alsfassen auch ohne viel Geld happy. „Ich habe eine Stadtfigur mit oberem, mittlerem und unterem Ring“, freut sie sich. Deshalb fasst Mary den Entschluss, Frühlingsrollen zu genießen und Vegetarierin zu werden.

Christel Keller und Rita Born glotzen unentwegt auf die Mattscheibe des kaputten Fernsehgerätes, der Spätfilm fällt aus. Die beiden wären besser ins Kulturzentrum gegangen, da schauen die Tratschen Mariechen (Evi Färber) und Waltraud (Christina Schönecker) kurz vor Feierabend noch rein.

Zum Finale bei ausgelassener Stimmung interpretiert die Theatergruppe „Millionen Lichter“ von Christina Stürmer.