Eine Sprudelflasche als Laterne

Remmesweiler. Hält das Wetter oder hält es nicht? Das fragten sich die Teilnehmer am Mittwochabend beim Remmesweiler Martinsumzug. Graue Wolken jagten über das Dorf und "segneten" den Zug ab und zu mit ihren Regentropfen. Das unwirtliche Wetter hatte immerhin noch 50 Jungen und Mädchen mit ihren Eltern und Großeltern mobil gemacht

Remmesweiler. Hält das Wetter oder hält es nicht? Das fragten sich die Teilnehmer am Mittwochabend beim Remmesweiler Martinsumzug. Graue Wolken jagten über das Dorf und "segneten" den Zug ab und zu mit ihren Regentropfen. Das unwirtliche Wetter hatte immerhin noch 50 Jungen und Mädchen mit ihren Eltern und Großeltern mobil gemacht. "Im vergangenen Jahr waren es mehr als doppelt so viele", bedauerte Ortsvorsteher Leander Alles. "Das Wetter hat heute Einige zurückgehalten."Startpunkt war das Dorfgemeinschaftshaus. Heike Schöneberger verkörperte den Heiligen Martin. Gemächlich ritt sie auf einem Islandhengst aus einem ehemaligen Gestüt dem Zug voran, gefolgt von 15 Jugendlichen der Feuerwehr mit Fackeln. Eine Blaskapelle intonierte unterwegs immer wieder die schönen, alten Martinslieder, während die Kinder ihre bunten und leuchteten Laternen schwenkten. Monde und Vögel waren darunter, Gänse und Katzen, alle kunstvoll gebastelt. Als der Zug am Sportplatz ankam, loderte dort ein Riesenfeuer. Wehrleute bewiesen, dass sie nicht nur löschen, sondern auch ein Feuer entzünden können, das die Zuschauer bei dem nasskalten Wetter wärmt. "Ich finde es schön, dass die Tradition des Martinszuges jedes Jahr weitergeführt wird", freute sich Waltraud Krämer, die mit ihrem fünfjährigen Enkel Julian mitgegangen war. "Vor allem sind wieder viele junge Familien dabei." Eine ausgefallene Martinslaterne trug die achtjährige Chiara in der linken Hand. Die schmale, bunte Lampe war früher einmal eine Sprudelflasche, was ihr niemand mehr ansehen konnte. Obwohl die siebenjährige Anna inzwischen ein Schulkind geworden ist, hatte sie ihre Martinslaterne aus dem Kindergarten aufbewahrt und dieses Jahr wieder mitgenommen. "Anna ist ganz fasziniert vom Heiligen Martin auf seinem Pferd", sagte ihre Mutter Christine Michels. Große und kleine Leute umlagerten den Verkaufsstand vor dem Sportheim. Die Kleinen bekamen dort kostenlos einen Kinderpunsch und eine Martinsbrezel. Die Brezel war nicht mit Zucker bestreut. Sie enthielt Schokoladenstückchen. "Die backe ich schon viele Jahre so, weil sie länger frisch bleiben und die Kinder keine klebrigen Hände davon bekommen", erzählte Bäckermeister Jochen Lerner. gtr

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