Viertägige Rockfete zum Jubiläum

Steinberg-Deckenhardt · Etwa 1000 Fans sind zur 25. Ausgabe des Little-Woodstock-Festivals nach Steinberg-Deckenhardt gekommen. Vier Tage feierten sie mit Oldiebands wie Guru Guru und Epitaph, dem britischen Bluesrock-Trio The Brew und den Rock anarchisten um Thomas Blug.

 Die Oldieband Guru Guru denkt nicht ans Aufhören.Foto: Faber

Die Oldieband Guru Guru denkt nicht ans Aufhören.Foto: Faber

Foto: Faber

Es scheint, die beiden haben sich gesucht und gefunden: Little-Woodstock-Festival-Veranstalter Herry Weiland und Hans-Peter Wack, Ortsvorsteher von Steinberg-Deckenhardt , plauschen gemeinsam am Bierstand. Wack gesteht, die beim Festival auftretenden Bands nicht zu kennen, da er mehr mit der Musik aus dem Radio vertraut wäre. Egal. "Durch das Festival ist unser Ort über das Saarland hinaus bekannt geworden", sagt er. Im Gegenzug hat Weiland die Dorfbevölkerung zum Nulltarif ins Max-Braun-Zentrum eingeladen.

Zum Eröffnungsabend der viertägigen Musikfete hat das Rockanarchie-Projekt um den saarländischen Gitarristen Thomas Blug 500 Besucher angelockt. Als sich am zweiten Festivaltag der 75-jährige Guru-Guru-Schlagzeuger Mani Neumeier abschließend die obligatorische Elektrolurch-Maske aufsetzt, steht der Altmeister mit seinen Bandkollegen bereits über zwei Stunden auf der Bühne. "Wir bleiben als Band so lange noch zusammen, wie es geht. Wenn Chef Mani mal nicht mehr kann, ist es eh vorbei", sagt Bassist Peter Kühmstedt. Neumeier hat Guru Guru 1968 mitgegründet, ein Jahr später geht dann die deutsche Rockband Epitaph an den Start. "Es ist toll, hier zu sein, es ist ein tolles Festival mit vielen netten Leuten", schwärmt Epitaph-Gitarrist und Sänger Cliff Jackson. Die Formation nur auf bärtigen und progressiven Kraut rock aus den glorreichen 1970er Jahren zu reduzieren, passt hinten und vorne nicht. Mal hart, mal harmonisch, zusammengesetzt aus Rock, Boogie, Blues und Funk, spielen Epitaph gradlinige, zeitlose Rocksongs so frisch wie zu ihrer Glanzzeit.

Abschied nimmt Bassist Mitja Besen von der Band Space Debris (Weltraummüll). Auf der Zeltbühne in Steinberg-Deckenhardt ist der Musiker nach dreijähriger Bandzugehörigkeit letztmalig mit von der Partie. Das Quartett mixt Kraut rock, 1970er-Jahre-Hardrock und Fusion miteinander, eine Songliste für die Auftritte schreiben sie nie. Schlagzeuger Christian Jäger erklärt: "Irgendein Bandmitglied spielt ein Intro, daraus machen wir dann ein komplettes Stück." Das kann dann mal locker zwanzig Minuten dauern, wobei sich vier, fünf Stücke aneinanderreihen können.

"Wir sind aber keine Jam-Band, jeder kann sich in der Band ausdrücken und ausleben, wodurch die Musik echt und persönlich wird", meint Jäger. Teilweise in Richtung von Spacemen 3 dröhnt die von Tommy Gorny aufgebaute Gitarrenwand, dessen Soloausflüge Keyboarder Winnie Rimbach-Sator mit schwerem Orgelsound ablöst. Jäger haut mit den Stöcken auf das Trommelfell und legt mit Bassist Besen die groovende wie taktgebende Grundlage des spannenden Klanggewitters. Mit dem neuen Bassisten Janni Schmidt tauchen Space Debris und der ehemalige Guru-Guru-Musiker Ax Genrich am Samstag, 28. November, im St. Wendeler Kurhaus Harschberg auf.

Beim 25. Little-Woodstock-Festival waren insgesamt 26 Bands und Künstler im Einsatz, darunter das britische Bluesrock-Trio The Brew.