43. Auflage des Judo-Nikolausturnier des JC Oberthal

Judo : Junge Judokas liefern sich faire Kämpfe

Beim traditionellen Nikolausturnier des Judoclubs Oberthal waren 82 Kinder am Start.

Da kann einem vor Aufregung schon einmal das Herz hüpfen. Die sechsjährige Judokämpferin Elina Friedlein aus Oberthal steht unmittelbar vor ihrem allerersten Wettkampf und läuft noch unruhig auf der Matte hin und her. Kurze Zeit darauf wird ihr Name aufgerufen und sie betritt die Kampffläche. „Sie ist sehr aufgeregt“, beobachtet Lisa Morsch, Kinder- und Jugendtrainerin beim Judoclub (JC) Oberthal.

Ist aber auch kein Wunder, denn ausgerechnet gegen den späteren Sieger im Pool 2 Henry Mohr aus Grügelborn muss das Mädel ran. Dann geht es rasend schnell. Henry setzt schwungvoll einen Griff an und das 23,2-Kilogramm-Leichtgewicht Elina liegt nach nicht einmal zehn Sekunden auf der Schulter.

„Es ist wichtig, dass die Kinder auch das Verlieren lernen“, sagt Roland Meisberger, der Vorsitzende des veranstaltenden Judoclubs. Zum bereits 43. Mal richtet der Verein sein Nikolausturnier in der Oberthaler Bliestalhalle aus. Insgesamt messen sich 82 Kinder im Alter bis elf Jahre aus 15 Vereinen in zehn gewichtsnahen Pools beim ältesten Turnier seiner Art im Saarland. Für einige – wie Elina – ist es der erste Wettkampf überhaupt und das ist auch der Hauptaspekt der Judoveranstaltung. „Hier bei uns haben schon viele klein angefangen und dann später in der Judo-Bundesliga gekämpft“, weiß Meisberger.

Bis dahin ist es für den neunjährigen Leon Wiedemann vom JC Grügelborn noch ein langer Weg. „Ein Jahr bin ich beim Judo und das macht mir Spaß, besonders der Übungskampf Randori“, sagt der Nachwuchs-Judoka. Justus Schneider (7) aus Oberthal berichtet, dass er nach eineinhalb Jahren Training den O Goshi (großer Hüftwurf) drauf hat. „Die Fallübungen rückwärts gefallen mir sehr gut“, schwärmt er. Jan-Felix Schäfer zählt mit zehn Jahren zu den erfahrenen Kämpfern. „Ich war auch schon bei anderen Wettkämpfen, deshalb kenne ich bei einigen Gegner die Schwachstellen“, erzählt der Grügelborner. Außerdem findet er an der Sportart gut, dass es immer einen fairen Kampf gibt.

Und tatsächlich. Auch wenn es bei den vielen Kämpfen auf den drei Matten in der Bliestalhalle, immer um Sieg oder Niederlage geht, die Fairness steht im Vordergrund. Hinterher wird dann mal eine Träne bei Papa, Mama oder im Arm des Trainers verdrückt. „Es ist immer interessant, weil ja Mädels gegen Jungs kämpfen“, weiß Trainerin Morsch genau, wann sie Trost spenden muss. Gejubelt haben die Oberthaler über die ersten Plätze von Eric Kurzweg (Pool 8) und Samuel Schmidt (Pool 9). Ebenso sind die Grügelborner Henry Mohr (Pool 2) und Marlon Schreier (Pool 7) je auf Platz eins gelandet.

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