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Hoch betagt, doch gut wie nie zuvor

Hoch betagt, doch gut wie nie zuvor

Am Wochenende feiert der Verein für Leibesübungen (VfL) Primstal seinen 85. Geburtstag. Unter anderem werden dabei drei Jubilare für ihre 70-jährige Mitgliedschaft in dem Fußballverein ausgezeichnet.

"Wie hat es Gott so schön gemacht, dass er das Fußballspiel erdacht", lautet der Refrain im Vereinslied das VfL Primstal . Und das Spiel mit dem runden Ball lieben die Primstaler seit 85 Jahren. Der Geburtstag wird an diesem Wochenende in der Mehrzweckhalle gebührend gefeiert.

Im Gründungsjahr 1931 hat Johann Müller als Vorsitzender den Verein angeführt, seit November 2013 ist es ein Präsidium mit klarer Aufgabenverteilung, das beim VfL die Geschäfte führt. "Der Verein steht so gut da wie noch nie", freut sich Präsidiumssprecher Alwin Arm. Dies sei aber nur durch das außergewöhnliche ehrenamtliche Engagement der Mitglieder möglich. 450 Menschen gehören zur VfL-Familie. Derzeit stehen 100 000 Euro teure Umbauarbeiten am Sportheim im Allerswald auf dem Programm. Sportlich ist der VfL im Alter von 80 Jahren so richtig durchgestartet.

Vier Meisterschaften haben die Kicker in den zurückliegenden sechs Jahren gemeinsam mit den Anhängern gefeiert. Der größte Erfolg der Vereinsgeschichte ist die Meisterschaft in der Fußball-Verbandsliga 2013, verbunden mit dem Aufstieg in die landesweit höchste Spielklasse - die Saarlandliga - unter der Regie des damaligen Trainers Lothar Pesch. "Der Schlüssel zum Erfolg ist unsere kontinuierliche Arbeit im Jugend- und Nachwuchsbereich", meint Arm. Gemeinsam mit den Vereinen aus Hasborn, Überroth und Scheuern hat der VfL 2010 die Jugendfördergemeinschaft (JFG) Schaumberg-Prims gegründet. Diese Entwicklung konnte in den 1930ern, damals gab es zwei Sportvereine in Primstal , niemand vorhersagen. Die DJK Primstal , 1930 vom damaligen Pastor Rupp gegründet und der jetzige VfL haben 1934 die stets schärfste Rivalität auf dem Spielfeld mit einer Fusion beendet. Gleich drei Meisterschaften hat der VfL bis 1936 eingefahren.

Auf Anweisung der Siegermächte vom 21. April 1946 musste der Verein Mitte des Jahres in "Kickers Primstal " umbenannt werden, da die Namen der neu gegründeten Sportvereine weder an die Nazi-Zeit noch an die Zeit vor 1933 erinnern durften. Auf Beschluss der Generalversammlung vom 5. Juli 1953 durfte dann aber der traditionelle Name "Verein für Leibesübungen Primstal " wieder eingeführt werden.

1985 erscheint die erste Ausgabe der Stadionzeitung "Allerswald-Echo". Vor 21 Jahren erhielt der VfL für hervorragende Jugendarbeit die Anerkennungsurkunde der "Sepp-Herberger-Stiftung" und gleichzeitig - wie heutzutage - wurde das Sportheim umgebaut. Einige der Anekdoten aus dem 85-jährigen Vereinsleben werden bei vielen Mitgliedern noch in bester Erinnerung sein. Wie bei Hubert München, Alois Zarth und Josef Petit. Die drei Jubilare sind seit 70 Jahren Mitglied im Verein und werden beim Kommers für ihre Treue ausgezeichnet. Neben dem Verein wird auch der Saarländische Fußballverband auf der Bühne in der Mehrzweckhalle zahlreiche Ehrungen vornehmen.