Schnäppchenmeile mit Lücken

85 Händler hatten ihre Stände bei der Premiere des Antik- und Trödelmarktes auf der Festwiese am Bostalsee aufgeschlagen. Laut dem Sprecher der veranstaltenden Saarpfalz-Märkte „müssen es in Zukunft weit mehr werden“.

Fünf Euro für den laufenden Meter - und sie waren dabei. 85 Händler boten beim ersten Antik-und Trödelmarkt am Bostalsee ein Sammelsurium von Büchern über Kleidung bis zur Mitra von einem Bischof an. "85 Stände sind für das erste Mal in Ordnung, aber für die Zukunft müssen das weit mehr werden", resümierte der Sprecher der veranstaltenden Saarpfalz-Märkte. So wies die Schnäppchenmeile und Resterampe auf der Festwiese ein paar gehörige Lücken auf. Und dann das noch: Mit dem "Kreidler Arno" aus Burgalben und "de Zigarr" standen zwei Trödelmarkt-Unikate direkt nebeneinander. Wegen des qualmenden Stumpens im Mundwinkel ist der Konfelder in der Szene nur als "de Zigarr" bekannt. Völlig klar, dass er auch die aus Tabakblättern gerollten Genussmittel in diversen Ausführungen im Angebot hatte. "Die Churchill-Zigarre kostet 30 Euro", sagte "de Zigarr".

Blickfang war eine halbmeterlange und mehr als 15 Jahre alte Version aus Sumatra. Die Verhandlungsbasis für die Mega-Zigarre lag bei 80 Euro.

Alte Bekannte

"Ich bin schon seit 30 Jahren auf den Märkten unterwegs", berichtete er. Seinen Standnachbarn kennt er deshalb bestens. "Bei mir gibt es alle Ersatzteile für die Mopedmarken Kreidler, Zündapp und Hercules", rührte "Kreidler Arno" Klein die Werbetrommel. Allerdings war ihm bewusst, dass er bei Oldtimertreffen bessere Geschäfte machen würde.

Auf original sakrale Sachen hat sich Peter Schöne aus Heppenheim spezialisiert. "Meine Kundschaft ist überwiegend sehr jung", teilte er mit. Er präsentierte unter anderem alte Kirchengewänder aus der Bretagne, eine Mitra eines byzantinischen Bischofs, Monstranzen und Gebetbücher.

"Viele Sachen sind sehr schwer zu finden", erklärte Händler Schöne. So wie ein 200-jähriger Gürtel eines Abtes, den er zum Preis von 120 Euro zum Verkauf anbot. Rechts Opale aus Australien und Äthiopien, links ein Selfie-Stick mit Bluetooth-Auslöser. "Das ist schon ein Stilbruch", scherzte der Völklinger Martin Goergen. Sein Verkaufshit, die Halsketten, mit in Ebenholz eingelassen Opale zum Preis von 85 Euro, sprachen die Damenwelt an. Ursula Gottfreund wollte nicht klagen. "Mein Geschäft läuft gut", zog die Händlerin aus Oberkirchen am Samstag ein positives Zwischenfazit. Die Seniorin hatte vom Küchengeschirr bis zum 18 Euro teuren Obstkorb aus Bambus ordentlich Ware aufgetischt. Viele Besucher bleiben auch bei ihr stehen, um ein Schwätzchen zu halten.