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Mit Golf auch Touristen gewinnen

Mit Golf auch Touristen gewinnen

Den Golfsport in der Region populärer machen, diesen vom Image des Elitären befreien. Und auch golfsportbegeisterte Touristen gewinnen: Das sind Ziele, die der Golfpark Bostalsee erreichen will. Deshalb investiert die Eigentümergesellschaft in den Ausbau und die Modernisierung der Anlage in Eisen.

Gottfried Hares will den Golfplatz in Eisen ausbauen. "Wir wollen ihn von einem Neun-Loch-Platz auf einen 18-Loch-Platz erweitern", unterstreicht er. Zurzeit ist die Gesellschaft dabei, die rechtlichen Voraussetzungen für die Erweiterung zu schaffen. Dazu gehört auch eine Umweltverträglichkeitsprüfung.

Seit etwa zwei Jahren ist die Familie Hares Eigentümer der knapp 50 Hektar großen Golfanlage. Hares war viele Jahre lang Geschäftsführer von Pizza Wagner in Otzenhausen. Im SZ-Gespräch erläutern Gottfried Hares und Laurentius Ludwig das Konzept der Einrichtung. Ludwig ist seit Januar Geschäftsführer und Golfclub-Manager. "Für uns ist der Golfplatz und die Erweiterung ein touristisches Infrastrukturprojekt", betont Hares. Die Anlage müsse man in Verbindung mit dem Tourismus am Bostalsee vermarkten. Die Umbenennung vom Golfplatz Heidehof in Golfpark Bostalsee sei da ein sichtbares Zeichen, "eine klare geografische Zuordnung."

In den vergangenen zwei Jahren hat die neue Gesellschaft kräftig in den Golfpark investiert. "Erstes Ziel war es, die Platzverhältnisse zu verbessern", so Hares. Abschläge wurden erneuert, neue Drainagen verlegt, alle Spielbahnen verbessert, der Maschinenpark aufgestockt und weitere Bäume gepflanzt. Viel Aufmerksamkeit haben die Greenkeeper dem Rasen gewidmet.

"Wir wollen den Platz qualitativ auf das Niveau anderer sehr guter Plätze in der Region heben", sagt der Gesellschafter. Neu gestaltet wurde das Trainingsgelände mit Übungsbahnen und einem großen Pitch-und-Chipping-Areal für jedermann. Pitch und Chipping bezeichnen unterschiedliche Annäherungsschläge. Komplett saniert wurde auch der Abschlagsplatz, die so genannte Driving-Range.

Ein architektonisches Schmuckstück ist das neue Clubhaus, das Restaurant "No. 10", das im Mai vergangenen Jahres eröffnet hat und an der Stelle eines älteren Gebäudes errichtet wurde. Hier ist in verschiedenen Räumen und dem Wintergarten Platz für etwa 170 Gäste. In dem mit viel Glas gestalteten Gebäude in der Form eines Greens blicken die Gäste auf die Golfanlage und die dazugehörigen Wasserflächen. Hier befindet sich das Clubbüro mit kleinem Fachgeschäft.

"Das Clubhaus ist ein öffentliches Restaurant", unterstreicht Gottfried Hares, auch Nicht-Golfer seien willkommen. Das sagt er auch mit Blick auf den nur etwa 500 Meter entfernt liegenden Saar-Hunsrück-Steig und den künftigen Nationalpark, der direkt an die Golfanlage angrenzt. Hier könne ein Eingangstor zum Nationalpark entstehen. Hares: "Unsere Gastronomie ist die letzte vor dem Nationalpark." Ob Umkleidemöglichkeiten, Parkplätze, man könne die entsprechende Infrastruktur für den Nationalpark vorhalten.

Jüngstes Projekt ist eine Indoorgolfanlage. "Diese ist einmalig in der ganzen Region Saarland und Rheinland-Pfalz", sagt Hares. Sie könne von allen Golfern nach Anmeldung genutzt werden.

Die Familie Hares investiert auch am Bostalsee direkt, baut das Hotel auf dem Rabenkopf. Dort können Interessierte auf einer kleinen Fläche in das Golfen hineinschnuppern. Und dann im Golfpark in Eisen diese Sportart ausprobieren oder ihrem Hobby nachgehen. "Golfpark und Hotel lassen sich gut kombinieren", ist sich Hares sicher. Beides seien Investitionen in die Zukunft.

Der Golfpark in Eisen ist auch die Heimstätte des Golfclubs Bostalsee. Präsident dieses Clubs ist seit 2002 ebenfalls Gottfried Hares. Der Club habe etwa 300 Mitglieder aus der ganzen Region und über die Landesgrenzen hinweg und zeichnet sich durch sein reges Clubleben aus. Eine wichtige Aufgabe sieht der Verein in der Jugendarbeit.

Hier arbeite man mit Schulen zusammen, unterstütze die Golf-Ausbildung des Nachwuchses auch finanziell. Hares: "Wir wollen mit dem Vorurteil aufräumen, dass das Golfen elitär und teuer ist." In seinem Club sei der Einstieg für Jugendliche nicht teurer wie in anderen Sportarten.

golfpark-bostalsee.de

 Eingebettet in ganz viel Grün, das neue Clubhaus des Golfparks Bostalsee, die No. 10. Foto: Golfpark
Eingebettet in ganz viel Grün, das neue Clubhaus des Golfparks Bostalsee, die No. 10. Foto: Golfpark Foto: Golfpark

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Auf einen BlickDer Golfclub feiert an Pfingsten sein 15-jähriges Bestehen. Dazu gibt es an Pfingstsamstag ein Benefizturnier zugunsten der deutschen Kinderkrebshilfe, an dem auch Gästespieler teilnehmen können.Zu einem Golferlebnistag lädt der Club dann an Pfingstmontag, 15. Mai, ein. Von 10 bis 16 Uhr ist jeder auf der Golfanlage in Eisen willkommen, der Lust hat, den Sport mit dem kleinen weißen Ball kostenlos und unverbindlich auszuprobieren. Die Ausrüstung wird gestellt. Mitzubringen sind lediglich Sportschuhe und bequeme Kleidung. Auf dem Übungsplatz sowie den drei neu gestalteten öffentlichen Spielbahnen erhalten die Golfentdecker Tipps von erfahrenen Trainern und Golfern und probieren gemeinsam die verschiedenen Spielsituationen im Golfsport aus. Eine vorherige Anmeldung ist nicht erforderlich. Weitere Informationen zum Golf-Erlebnistag unter Tel. (0 68 52) 9914 70, info@golfpark-bostalsee.de.Wer darüber hinaus einmal in das Golfen in Eisen hineinschnuppern will, der kann die Driving-Range zum Beispiel für eine Tageskarte von 5 Euro nutzen, ein Golf-Starter-Paket bietet der Golfpark für 150 Euro an. Bevor jedoch jemand, die gesamte Anlage nutzen kann, muss er die Platzreife erwerben. Dieser Kurs kostet bei drei bis vier Teilnehmern 349 Euro pro Person. Für spielberechtigte Golfer kostet eine Tageskarte auf dem Neun-Loch-Platz zwischen 30 Euro und 45 Euro unter der Woche. Ein Jahresspielrecht kostet 120 Euro im Monat. red