Bundespolizei stellt sich an Gemeinschaftsschule Türkismühle vor

Tierische Teamarbeit in Türkismühle : Der tierische Kollege mit der kalten Schnauze

Zur Themenwoche Berufsorientierung ist die Bundespolizei samt Hundestaffel an der Gemeinschaftsschule Türkismühle aufgetaucht.

Aufregung an der Gemeinschaftsschule Nohfelden-Türkismühle. Vier Kleinbusse der Bundespolizei rollen an. Eine gesuchte Person war unweit des Sportplatzes gesichtet worden, worauf hin die Bundespolizeiinspektion Bexbach alarmiert worden ist. Eilig lässt Hundeführer Torsten Schätzel den Vierbeiner Max von der Leine – und binnen weniger Sekunden ist die gesuchte Person gestellt. Allerdings ist dieses Szenario nur gespielt. Die Bundespolizei hat eine Einstellungsoffensive gestartet und betreibt nun mit Aktionen wie dieser, Werbung für den eigenen Beruf. „Bundesweit werden 20000 junge und fitte Bundespolizisten bis zum Jahr 2024 gesucht. Die fallen nicht vom Himmel, dafür gehen wir auf die Suche nach denen, die es machen wollen“, erklärt der Pressesprecher der Bexbacher Bundespolizeiinspektion, Dieter Schwan. Die 180 neugierigen Schülern informiert Schwan an diesem Tag über die Arbeit und den Alltag in einer Hundestaffel. „Wir wollen Anregungen wecken, sich bei der Bundespolizei zu bewerben“, sagt er. Die Arbeit in einer Diensthundestaffel sei nur ein Teil eines vielfältigen Aufgabengebietes. Dieses stellt Ausbilder Stefan Alles inklusive der tierischen Kollegen auf vier Pfoten vor: „Zu den Aufgabenschwerpunkten gehört der Schutz der Bahnhöfe, weil dort eine hohe Kriminalitätsrate festgestellt wird. Wir sind bei Fußballspielen im Einsatz und dort, wo mit erhöhter Gewalt zu rechnen ist“, fasst Alles zusammen.

Fünf Schüler bittet der Ausbilder dann nach vorne, während Hundeführer Christian Wilhelm mit dem Vierbeiner Junior von der Seite kommt. „Ihr braucht keine Angst zu haben, der Junior gehorcht nur mir“, sagt Wilhelm, während er mit dem Hund die Schüler eng umkurvt. Polizeihund Junior habe einen ausgefüllten und klar strukturierten Tagesablauf. Die Tiere würden zudem für genau definierte Einsatzgebiete gezielt fortgebildet werden. „Denn die Spezialisierung ist ein wichtiger Faktor für einen hohen Einsatzwert“, stellt Alles fest. Schutz- und Sprengstoffspürhunde seien gegenwärtige Begleiter im täglichen Dienst. „Ein Sprengstoffspürhund hat keine Mühe 2000 verschiedene Stoffe zu erschnüffeln“, berichtet Alles.

Zur Demonstration liegen sechs Koffer auf der Bühne im Holzhauser Wald bereit, als sich Hundeführer Wilhelm mit Junior auf die Suche nach dem präparierten Gepäckstück mit der explosiven Ladung begibt. „Der Hund verbindet den Geruch mit positiv Dingen wie spielen und ist so stark motiviert“, erläutert Alles. Die Ausbildung sei vergleichbar mit der eines Drogenspürhundes, nur mit anderen Geruchsstoffen.

Polizeihund Junior flitzt derweil schnüffelnd an den Koffern entlang und setzt sich kurz darauf zur „Anzeige“ vor den präparierten Koffer hin, um so Hundeführer Wilhelm den Fund zu signalisieren. Wie die Nähe des Bundespolizisten Wilhelm zu seinem Hund Junior, ist für Pressesprecher Schwan der unmittelbare Kontakt zu den Schülern bei der Einstellungsoffensive wichtig. „Wenn es die Eignung hergibt, kann in jeder Laufbahn, jede Stufe erreicht werden“, sagt Schwan.

Die Vorführung der Hundestaffel hat den Berufswunsch von Schülerin Lea (13. Klasse), eine Ausbildung bei der Bundespolizei zu beginnen, nach eigenen Aussagen nur bestärkt. „Den Intelligenztest und die Fitnessprüfung habe ich schon gemacht“, teilt die Schülerin mit. Der Job sei für sie die Erfüllung eines Kindheitstraumes. „Ich will nicht an einem Schreibtisch sitzen, später will ich mal Pilot werden oder eventuell zur Hundestaffel“, umreißt die Schülerin ihre Pläne. Zehntklässlerin Lorena findet dagegen den Kriminaldienst bei der Polizei interessant, „aber mit Schlägereien will ich nichts zu tun haben“, sagt sie. Sich mit Gewaltsituation auseinanderzusetzen, sei laut Schwan im Dienst jedoch unumgänglich. Karsten Eberhardt, Schwans künftiger Nachfolger als Pressesprecher, merkt zur Frauenquote bei der Bundespolizei an: „Die liegt um die 50 Prozent. Frauen wirken deeskalierender als Männer, und das ist ein Vorteil“.

Polizeihund Max hat die gesuchte Person (Andreas Eubel) aufgespürt und zieht an der Leine von Hundeführer Torsten Schätzel. Foto: Frank Faber

Schüler Luca (13. Klasse) sieht sein Berufsziel eher in der Computerbranche: „Ich glaube, für die Bundespolizei bin ich zu empfindlich“. Mit dem Ergebnis der Einstellungsoffensive an der Gemeinschaftsschule ist Schwan zufrieden. „Wir haben Interesse geweckt und vor Ort die Arbeit der saarländischen Bundespolizei näherbringen können und potenzielle Bewerber angesprochen “, resümiert er.

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