Bürgersprechstunde von Klaus Bouillon zum Thema Bezahlbarer Wohnraum

Info-Tour startet in St. Wendel : Bürgersprechstunde mit Minister Bouillon

Am Mittwoch spricht der frühere St. Wendeler Bürgermeister im Landratsamt über das Thema „Bezahlbarer Wohnraum“ – und welche Fördertöpfe es gibt.

Andreas B. (Name erfunden) und seine Frau haben einen großen Wunsch. Sie hätten gerne ein eigenes Haus. Seit das zweite Kind auf der Welt ist, ist dieser Wunsch noch größer geworden. Und auch die Frage, ob sich die junge Familie ein Eigenheim leisten kann. Und wenn ja, ob es denn Förderprogramme gibt? „Gibt es“, sagt der saarländische Bauminister Klaus Bouillon (CDU). Welche, darüber informiert er mit seinen Experten aus dem Innen- und Bauministerium selbst bei einer Bürgersprechstunde am Mittwoch, 22. Januar, ab 18.30 Uhr im St. Wendeler Landratsamt (Mommstraße 21 bis 31). Der ersten Bürgersprechstunde zum Thema „Bezahlbarer Wohnraum“ des Ministers. Weitere werden in allen saarländischen Landkreisen folgen, kündigt Bouillon an.

Warum er persönlich diese Info-Reihe startet, das erklärt er im SZ-Gespräch: „Sozialer Wohnungsbau ist eines der wichtigsten Themen in unserer Gesellschaft. Viele Menschen sind heute nicht mehr in der Lage, bezahlbaren Mietwohnraum zu finden, ein Haus zu kaufen oder zu bauen. Auch mit einem normalen Einkommen sollte man aber ein eigenes Haus angehen können. Das wollen wir unterstützen.“

Bouillon spricht von einer Gesamt- Strategie. Zum einen werde der Mietwohnungsbau gefördert. Zum anderen würden die Kommunen unterstützt, indem sie bei Sanierungen in den Ortskernen deutlich höhere Bedarfszuweisungen bekommen. Zum dritten unterstützt das Land Bauwillige mit Förderprogrammen, wenn Familien bestimmte Einkommensgrenzen nicht überschreiten.

Da gibt es das so genannte Normalprogramm für selbstgenutztes Wohneigentum. Sei es Neubau, Umbau, Kauf und/oder Modernisierung. Man habe die Einkommensgrenzen deutlich angehoben, so der Minister. Je nach Haushaltsgröße auf bis zu 72 000 Euro brutto. Die Staffelung erfolge nach sozialen Kriterien wie der Familiengröße. Unterstützt wird der private Bauherr, sind alle Voraussetzungen erfüllt, mit Hilfe eines zinsvergünstigten Baudarlehens. Unter bestimmten Voraussetzungen gibt es darüber hinaus noch einen Tilgungszuschuss, sodass nicht das gesamte Darlehen zurückgezahlt werden muss.

Ein zweites Förderprogramm für selbst genutztes Wohneigentum heißt „Ein Zuhause für junge Familien“. Hier wird der Kauf von vorhandenen Häusern in innerörtlichen Lagen in saarländischen Gemeinden unterstützt. Damit soll zum einen den Familien der Kauf von Häusern ermöglicht, zum anderen die Attraktivität von Ortskernen erhöht werden – indem es weniger Leerstände gibt. Die Förderung baut auf dem Normalprogramm auf und gewährt, wenn entsprechende Voraussetzungen vorliegen, einen Tilgungszuschuss von bis zu 40 Prozent des Förderdarlehens. „Das ist wie Bargeld für die Bauherren, familiengerecht gestaffelt“, so Bouillon.

In der Broschüre „Neue Soziale Wohnraumförderung im Saarland“ des Innenministeriums findet man dazu Beispielrechnungen. So auch diese: Eine Familie mit zwei Kindern und einem jährlichen Bruttoeinkommen von 60 000 Euro kauft ein Einfamilienhaus innerorts, Baujahr 1965, das seit 15 Moneten leer steht und sich in einem Städtebauförderungsgebiet befindet. Das kostet 100 000 Euro, die Sanierung ist mit weiteren 75 000 Euro veranschlagt. Aus dem Förderprogramm für junge Familien könnte die Familie ein Förderungsdarlehen von 95 000 Euro bekommen. Der Tilgungszuschuss summiert sich auf 28 500 Euro, sodass die Familie noch 66 500 Euro zurückzahlen müsste. Darüber hinaus hat das Land noch ein Sonderprogramm aufgelegt für Gebiete mit erhöhtem Wohnungsbedarf. Es gibt auch ein Programm für Private beim Abriss alter Häuser.

Saarlands Innenminister Klaus Bouillon (CDU). Foto: BeckerBredel

Über all diese Fördermöglichkeiten informiert der Minister mit seinen Fachleuten am Mittwoch ab 18.30 Uhr im St. Wendeler Landratsamt. Infos gibt es auch in der Broschüre „Neue Soziale Wohnraumförderung im Saarland“, die kostenlos auf der Internetseite der Landesregierung heruntergeladen werden kann (www.saarland.de). „Bezahlbaren Wohnraum zu fördern, das ist für mich klassische Sozialpolitik“, unterstreicht der Minister. Deshalb lautet die Überschrift des Plakates zu seiner Info-Tour auch: „Gut wohnen bedeutet gut leben.“