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Sozialwohnungen: VdK attackiert Minister Bouillon wegen "Stillstand"

Sozialwohnungen im Saarland : Sozialverband attackiert Bauminister Bouillon

Der VdK Saarland erhöht vor einem Expertentreffen in Saarbrücken den Druck und beklagt „Stillstand“ im Kampf gegen die Sozialwohnungsnot.

Vor dem Saar-Baugipfel an diesem Mittwoch hat der Chef des Sozialverbands VdK Saarland, Armin Lang, eine kritische Zwischenbilanz der Tätigkeit von Bauminister Klaus Bouillon (CDU) vorgelegt. „Wir haben im Saarland seit drei Jahren Stillstand im sozialen Wohnungsbau“, sagte Lang der SZ. Im Saarbrücker Schloss tagt ein „Runder Tisch“ mit Vertretern von fast 30 Institutionen, an dem Bouillon ein neues „Bündnis für Bauen und Wohnen“ schmieden will.

Zuletzt habe es im Februar 2017 unter der Ägide von Bouillons Vorgänger Stephan Toscani (CDU) ein Treffen des „Bündnisses für bezahlbares Wohnen“ gegeben, kritisierte der frühere SPD-Landtagsabgeordnete Lang. Dabei sei die Zahl der Sozialwohnungen im Saarland von 2005 bis 2018 dramatisch gesunken, von etwa 5000 auf 530. Die Neubautätigkeit sei nur halb so groß wie im Bundesschnitt, gebaut werde vor allem im Hochpreissegment. Bouillons Erklärung, er habe zu wenig Personal, um die Misere zu bekämpfen, nannte der Chef des Saar-VdK, der knapp 48 000 Mitglieder hat, „eher peinlich“. Derzeit stünden dem Land 60 Millionen Euro Bundesmittel für den Sozialwohnungsbau zur Verfügung, 2020 kämen noch 20 Millionen dazu. „Wir brauchen im Saarland eine perfekt ausgestattete Wohnberatungsstelle“, forderte Lang. Diese müsse Beratung in Renovierungsfragen, aber auch bei Umbauten im Pflegefall leisten.

Auch der Arbeitgeberverband der Bauwirtschaft (AGV) des Saarlandes setzt angesichts dunkler Wolken bei den Wirtschaftsbauvorhaben auf Impulse des Treffens. „Wir hoffen, dass jetzt endlich Tempo in die Sache des Sozialwohnungsbaus kommt“, sagte AGV-Geschäftsführer Christian Ullrich.