Die Felder, nicht die Wälder

Leidingen. Es sind manchmal die kleinen Fingerzeige, die weiterführen. Ula Hoc, die jetzt seit 25 Jahren in Leidingen abstrakte Bilder malt, ist vertreten in einer Ausstellung mit Motiven vom Gau, die derzeit im Heimatmuseum Wallerfangen zu sehen ist. Die Auswahl aus fünf Jahrzehnten erscheint sorgfältig getroffen, und sie schließt auch Ula Hoc mit ein. Eine Auszeichnung

Stillleben von Hoc. Foto: SZ.

Leidingen. Es sind manchmal die kleinen Fingerzeige, die weiterführen. Ula Hoc, die jetzt seit 25 Jahren in Leidingen abstrakte Bilder malt, ist vertreten in einer Ausstellung mit Motiven vom Gau, die derzeit im Heimatmuseum Wallerfangen zu sehen ist. Die Auswahl aus fünf Jahrzehnten erscheint sorgfältig getroffen, und sie schließt auch Ula Hoc mit ein. Eine Auszeichnung.Atelierbesuch bei der Malerin, die für ihre Kunst und von ihr lebt. "Atelier grenzenlos" heißt das Bauernhaus aus dem 19. Jahrhundert, sie nennt es auch "die Burg". Selbst nach zwei Stunden Gespräch fordert sie nicht dazu auf, ihre Bilder anzuschauen. Ist überrascht, als man sie danach fragt. Als ob sie alle Freude an Kunst in der "Burg" auf ihren verstorbenen Lebensgefährten, den Maler Victor Fontaine, beschränken wolle. Fontaine gehörte zu ersten Garde der Künstler, die Saarlouis hervorgebracht hat. Hocs eigene Bilder würde das aber ganz zu Unrecht verdecken. Sie können bestehen. Seit Fontaine, dem sie nach eigenen Worten jegliche Förderung ihrer Kunst verdankt, ihr riet, sich auf ein Sujet, Stillleben, zu konzentrieren, tat sie genau das.Qual und Magie "Es begann ein Prozess des Malens, ein Geben und Nehmen, wie es eben bei einer Seelenverwandtschaft ist." Sie abstrahiert nicht ins Kalte hinein, sondern in Farbe und Feld. Bringt zusammen, dass sie die Arbeit zuweilen als quälend empfindet, im Ergebnis aber "den Magier in mir" erlebt. Bringt zusammen, dass ihre Bilder "spontan und mit viel Überlegung entstehen." Zu nahe liegt es, als dass sich die Parallele zu ihren Stillleben nicht ziehen ließe: "Seit meiner Kindheit habe ich die Weite der Natur auf dem Gau erfahren. Nicht Wälder zogen mich in ihren Bann, sondern Felder. Geprägt durch meinen Vater, der nach dem Krieg als Leiter des Kreisvermessungsamtes in Saarlouis diese Landschaft vermessen hat." Die inneren Strukturen des Gaus, so scheint es, prägen die inneren Strukturen ihrer künstlerischen Wahrnehmung. Ula Hoc sagt von sich, sie habe tiefe Abneigung gegen Kitsch, sei immer auf der Suche nach dem eigenen Ausdruck gewesen. "So ist eine Außenseiterrolle programmiert worden." Ihren Bildern, die zuweilen fast scheu daherkommen, keineswegs aber immer, bekommt das.Hoc stellt regelmäßig aus, zuletzt in Saarwellingen.Fünf-Sinne-Stillleben Meist malt sie inzwischen in Acryl. "Fünf-Sinne-Stillleben", nannte Museumsleiterin Claudia Wiotte-Franz bei einer Ausstellung im Haus Ludwig in Saarlouis Hocs Arbeiten. Das trifft es.

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