Jagd: Vandalen im Jagdrevier Werbeln unterwegs

Zerstörung : Vandalen wüten im Jagdrevier Werbeln

Hans Lang über Zerstörungswut entsetzt - Bisher noch keine Anzeige bei der Polizei erstattet. Das soll sich aber ändern

 Hans Lang aus Hostenbach ist sauer, ja sogar wütend! Zum wiederholten Male haben Vandalen in seinem Jagdrevier Auf der Hardt in Werbeln gewütet. Es wurden Kirrbalken zerstört, die Vorrichtung der Fassadenfütterung wurde abmontiert und in die Weißdornhecken verfrachtet, Salzlecksteine entwendet, Salzleckpfosten aus der Erde gerissen und weggeworfen. Der noch vorhandene Kirrbalken entwendet, der trotz intensiver Suche bisher nicht mehr aufgefunden werden konnte. Und zur Krönung wurde nun auch die Jagdkanzel massiv beschädigt. Mit Gewalt wurde die Rückwand aus der Verschraubung gebrochen, die Sitzbankpolsterung und der Innenbereich des Hochsitzes total zerstört.

 Hans Lang ist sauer, denn er sieht in diesen kriminellen Handlungen durchaus System. „Hier sind renitente Jagdgegner aktiv“, vermutet der inzwischen 82-jährige Jäger, dem man sein Alter aber keineswegs anmerkt. Diesbezüglich kann er auf manches unerfreuliche Erlebnis verweisen. So hatte ein Differter Bürger jüngst nichts Besseres zu tun, als sich provozierend vor dem Hochsitz mit seinem Hund aufzubauen und ihm die Jagd bewusst zu vermiesen. Als er vom Hochsitz herunterstieg, den Störer höflich bat, das Feld zu verlassen, wurde dieser nach den Ausführungen von Hans Lang auch noch aggressiv und attackierte ihn verbal aufs heftigste.

Böswillig haben bisher Unbekannte im Jagdrevier von Hans Lang einen Kirrbalken zerstört, ein anderer wurde abtransportiert und bisher nicht wiedergefunden. Foto: Ruppenthal

Es kann aber auch anders gehen. Positiv reagierten dagegen Jugendliche, die im Wald nahe des Hochsitzes anscheinend eine Freiluftparty feiern wollten. Als der Jäger sie auf die Gefährlichkeit dieses Unterfangens nahe eines Hochsitzes hinwies, ließen sich die jungen Leute belehren und suchten sich eine neue Tagungsstätte.

Auf Anzeigen bei der Polizei hatte Hans Lang bislang verzichtet, da er ohne Zeugen und belastende Spuren keinen Erfolg in einem derartigen Vorgehen sah. Das soll sich allerdings zukünftig ändern. Jede Beschädigung will der Jäger zur Anzeige bringen, um den Sachverhalt aktenkundig zu machen. Wird der Täter irgendwann dann gefasst, kann es für ihn sehr teuer werden, denn dann muss er neben der dann fälligen Bestrafung auch noch für die Schäden finanziell aufkommen. Lediglich der Gemeinde Wadgassen meldete er die Beschädigungen, aber dort sah man sich ohne konkrete Hinweise außerstande, ihm weiterzuhelfen.

Hans Lang hofft auf die Unterstützung aus der Bevölkerung und die Aufmerksamkeit der Spaziergänger in diesem Bereich. „Die Jagd ist doch notwendig, um den Wildbestand zu regulieren“, betont der Jäger. Dabei verweist er auf die immensen Wildschäden, die derzeit Wildschweinrotten in ganz Wadgassen anrichten. Immer wieder brechen sie in großen Scharen in Gartenanlagen ein und verwüsten sie bei ihrer Suche nach Engerlingen und Würmern immens. „Außerdem ist die Jagd und das Schießen des Wildes nur ein kleiner Bereich unserer Aktivitäten“, betont Hans Lang und verweist darauf, dass die Hege und Pflege zunächst einmal im Vordergrund stehen. „Das ist praktizierter Natur- und Umweltschutz“, betont Hans Lang und hofft auf die Vernunft und ein Einsehen bei den Jagdgegnern.

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