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Kein Windpark
Der Uhu hat entschieden

Saarbrücken/Wadgassen/ÜBerherrn. Der Windpark Wadgassen/Überherrn darf nicht gebaut werden. Von Johannes Werres

Der Windpark Wadgassen/Überherrn wird nicht gebaut. Das hat der der SPD-Landtagsabgeordnete Hans Peter Kurtz aus Wadgassen gestern mitgeteilt. Kurtz hatte beim Umweltministerium den aktuellen Stand zum Windpark erfragt. „Das Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz (LUA) hat nach Prüfung den Antrag zum Windpark abgelehnt.“


Ein Sprecher des Ministeriums bestätigte gestern, dass das LUA den Windpark nicht genehmigt habe. Danach war es ein Uhu-Pärchen, das den Plan zum Kippen brachte. Naturschützer hatten befürchtet, die Flugwege des in einer nahe gelegenen Kiesgrube brütenden Uhus könnten die Rotoren der Windräder kreuzen.

Die Uhus sollten mit kleinen Sendern ausgestattet werden, um die Wege genau aufzuzeichnen. Offenbar ist das aber nicht ausreichend gelungen. Damit konnte eine Gefährdung der Uhus nicht ausgeschlossen werden und so sei aus Gründen des Artenschutzes die Genehmigung versagt worden. Mit der neuen LInie der Landesregierung, Windräder in bestimmten Wäldern nicht mehr aufzustellen, habe die Entscheidung des LUA nichts zu tun.



SPD-Mann Kurtz: „Der Uhu gehört in Deutschland zu den besonders und streng geschützten Arten. Nur dort, wo Natur und Artenschutz nicht beeinträchtigt werden, können auch solche Projekte realisiert werden. Das wird bei uns im Saarland vorbildlich umgesetzt.“

In Wadgassen ging es nach Änderung des Flächennutzungsplanes nur noch um ein Windrad. Bürgermeister Sebastian Greiber: „Der Natur- und Bürgerschutz ist und war die ganze Zeit oberstes Ziel unserer Flächennutzungsplanung und Stellungnahmen im Genehmigungsverfahren gewesen. Ich bin daher froh, dass der Naturschutz und der Schutz der Uhus keine untergeordnete Rolle in dem Genehmigungsverfahren gespielt hat. Das hatte Minister Jost versprochen und eingehalten.“

An der parallel zum Genehmigungsverfahren laufenden Änderung des Flächennutzungsplanes halte Wadgassen aber fest, sagte Greiber. Denn sicher ist sicher: Der Uhu könnte schließlich mal umziehen, und dann wäre die Genehmigungsfrage wieder offen.

Überherrn hat die morgendliche Pressemitteilung der SPD kalt erwischt. „Die Überraschung war für mich perfekt“, betont Bürgermeister Bernd Gillo. Zwar sei ihm bekannt gewesen, dass das Verhalten der Uhus in dem Gebiet hatte aufgezeichnet werden sollen.

„Mein letzter Stand war aber, dass es Probleme beim Fang der Tiere zum Markieren gab“, erklärt der Verwaltungschef. „Jetzt erfahre ich über die Presse vom Ausgang.“ Etwas unverständlich, weil es bislang einen sehr fairen und sachlichen Umgang mit dem LUA gegeben habe.

Größere Auswirkungen der Entscheidung auf kommunale Projekte sind in Überherrn nicht zu befürchten. „Wir waren hier nur am Rande beteiligt, weil der Anlage auf unserem Bann gelegen hat“, erklärt Gillo. Diese zu bekommen, wäre lediglich schön gewesen, weil die Ausgleichsmaßnahmen für den Windpark in Überherrn stattgefunden hätten – laut Gillo hatte damit der Mountainbike-Park aufgeforstet werden sollen. „Das bekommen wir aber auch so hin.“