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Kita
Durch den Alltag in zwei Sprachen

Sketche und Lieder in zwei Sprachen zeigten die Friedrichweiler Kita-Kinder zum Abschluss des Projektes „Bilinguale-bikulturelle Erziehung“.
Sketche und Lieder in zwei Sprachen zeigten die Friedrichweiler Kita-Kinder zum Abschluss des Projektes „Bilinguale-bikulturelle Erziehung“. FOTO: Ruppenthal
Wadgassen. Abschluss für das erfolgreiche Projekt „Bilinguale-bikulturelle Erziehung“ in drei Wadgasser Kindergärten  Von Rolf Ruppenthal

Bilinguale-bikulturelle Erziehung im Kindergarten ist in Wadgassen eine Erfolgsgeschichte. Zum Abschluss der dreijährigen Einführungsphase zeigten in Friedrichweiler die Kindergartenkinder, was sie  in der Vergangenheit in Sachen Zweisprachigkeit von den fünf französischen Muttersprachlerinnen gelernt hatten. Mit Liedern und Sketchen demonstrierten sie gekonnt und eindrucksvoll ihre Französisch-Kenntnisse.


Im Januar 2015 war das Projekt „Bilinguale-bikulturelle Erziehung“ in den drei Wadgasser Kindergärten angelaufen. Landkreis und Bildungsministerium übernahmen die Anschubfinanzierung. Die Gründe für solche Projekte liegen auf der Hand: „Die Fähigkeit, eine Sprache zu erlernen, ist in der frühen Kindheit am größten“, betont Bürgermeister  Sebastian Greiber, zumal das unbeschwerte Erleben und der spielerische Umgang des zweisprachigen Alltags ein geradezu selbstverständliches Lernen ermöglicht. „Zudem bildet positives interkulturelles Erleben  den Grundstein für ein vorurteilfreies Denken“, ergänzt der Wadgasser Gemeindechef. Und nicht zuletzt stellt die Beherrschung mehrerer Sprachen nach seinen Worten ein Element der Chancengleichheit dar. Mehrsprachig aufwachsende Kinder schnitten in ihren schulischen Leistungen in der Regel  besser ab.

Die bilinguale-bikulturelle Erziehung im Kindergarten läuft denkbar einfach ab: Die Muttersprachlerinnen arbeiten wie alle anderen Erzieherinnen im Alltag der Kita in den Gruppen mit. Dabei gibt es kein unterrichtsähnliches Programm. Die Französinnen gestalten ihre tägliche Arbeit in ihrer Sprache und sprechen somit überwiegend Französisch mit den Kindern. So erleben die Kleinen  alltäglich die französische Sprache parallel zum Deutschen, und zwar in allen Bereichen von der Krippe bis zum gesamten Kindergarten. Wie die Kinder bei der  Abschlussfeier in Friedrichweiler zeigten, erlernen sie so spielerisch französische Lieder und Spiele. Zudem beschäftigen sie sich auch mit französischen Kinderbüchern. Die Kita Friedrichweiler ist sogar aktiv in die Städtepartnerschaft mit Arques einbezogen, während die Kita in Differten aktive Kontakte mit Merten pflegt und vor allen Dingen lebt. Zudem wurden auch selbstgestaltete Theaterstücke in französischer Sprache entwickelt, einstudiert und aufgeführt, und das bei allen drei Einrichtungen.

Bürgermeister Greiber konnte also zum Abschluss der Einführungsphase eine überaus positive Bilanz ziehen.  Damit geht das Projekt „Bilinguale-bikulturelle Erziehung im Kindergarten“ aber keineswegs zu Ende: Nach der Startphase werden alle fünf Muttersprachlerinnen in den deutschen Kindergartendienst übernommen, um das Projekt Zweisprachigkeit mit Vehemenz fortzuführen. Die Französinnen Christine Weisgerber, Julie Bourger, Barbara Höll, Karine Soyer und Katja Rigart stehen also zukünftig in den Diensten der Kita gGmbH der Gemeinde Wadgassen.