Erfahren, wo man herkommt

Ein Treffpunkt für Familienforscher im Saar-Lor-Lux-Raum war am Sonntag der Genealogentag im Landratsamt. Mehr als 20 Vereine zeigten Ergebnisse ihrer Arbeit, und die Vereinigung für Heimatkunde Saarlouis hatte das Kreisarchiv geöffnet.

Rund 145 000 Einwohner von Saarbrücken stecken im Computer von Klaus Schulz. "Das sind nicht mal alle, sondern nur die von 1622 bis 1863", sagte das Mitglied der Arbeitsgemeinschaft für Saarländische Familienkunde im Großen Sitzungssaal des Saarlouiser Landratsamtes. Dort eröffnete die Vereinigung für die Heimatkunde im Landkreis Saarlouis am Sonntagmorgen ihren Genealogentag. Das Wissen um die eigene Herkunft sei wichtig, sagte Landrat Patrik Lauer. Er ist gleichzeitig erster Vorsitzender der Vereinigung. Man komme hier her, um zu erfahren, wo man her kommt. Die grenzüberschreitende Bedeutung der Familienforschung sprach Schirmherr Jo Leinen an, Abgeordneter im Europaparlament. Diese Forschung füge Spuren zusammen, die immer wieder von der Grenze verwischt worden seien.

Passend dazu lautete das Motto "Genealogie ohne Grenzen". Denn "das praktizieren wir schon seit über 20 Jahren", sagte Hans Peter Klauck, stellvertretender Vorsitzende der Heimatkunde-Vereinigung.

Dies münde in deutsch-französische Kontakte aber auch in entsprechende Buchprojekte. Zwei Bände mit den Einwohnern von Saarlouis hatte ein junger Mann unter den Arm geklemmt. Aus Saargemünd sei er, "ich suche Familiendaten". Andere ließen sich die Recherche mittels Computer darstellen oder stöberten in den Publikationen der mehr als 20 vertretenen Vereine.

Zum Flohmarkt mit antiquarischer Literatur über Historie und Familienkunde war das Foyer umfunktioniert. Durch die Korridore des Landratsamtes führte der Weg auch ins Kreisarchiv mit seinen Regalen voller familiärer Angaben aus rund 500 Jahren. "Das sind Totenbildchen", sagte dort Jakob Klein. Mit Bildern aus einem aufgefundenen Karton habe es vor Jahren angefangen. "Fast 30 000 sind das heute, und nur aus dem Kreis Saarlouis."

Das Kreisarchiv ist montags, dienstags, donnerstags und freitags kostenfrei zugänglich, jeweils von 14 bis 17 Uhr.