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Verein will Flüchtlingen Teilhabe am Alltagsleben ermöglichen

Verein will Flüchtlingen Teilhabe am Alltagsleben ermöglichen

Derzeit sind der Gemeinde Nalbach rund 30 Flüchtlinge zugewiesen. Weitere 70 bis 80 sollen 2015 hinzukommen. Dafür braucht es Unterkünfte und menschenwürdige Bedingungen. Über dieses Thema informierte der „Freundeskreis Flüchtlingshilfe Nalbach“ im Rathaus.

"Vor zwei Monaten sind wir gestartet", sagte Bernhard Mommenthal von der Nalbacher Flüchtlingshilfe vor rund 70 Zuhörern im Nalbacher Rathaus. Aus anfänglich etwa einem halben Dutzend Privatpersonen sei mittlerweile ein harter Kern von 20 geworden. Es gehe darum, den Flüchtlingen eine Teilhabe am Alltagsleben zu ermöglichen. "Wenn wir da nichts machen, dann sitzen sie einfach in ihren Wohnungen." Die Flüchtlingshilfe kümmere sich deshalb um Sprachkurse, um Fahrräder für eine bessere Mobilität, sie helfe im Umgang mit Verwaltungen.

Momentan seien hauptsächlich Menschen aus Syrien und Eritrea in Nalbach untergebracht. "Wir haben noch keine Wohnungsnot", teilte Bürgermeister Peter Lehnert mit. Aber 2015 könne sich dies ändern, wenn der Gemeinde weitere Flüchtlinge zugewiesen würden.

Auf Gründe für die Flucht ging Karl-Heinz Wagner vom Caritasverband Saar-Hochwald ein. Die Situation in Syrien kenne man aus dem Fernsehen, bei Eritrea fehlten jedoch vielfach Informationen. "Das ist eine Diktatur", wusste Wagner. Es genügten schon Verdächtigungen, um im Gefängnis zu landen, und die Gesellschaft werde militarisiert. Eine Verfassung fehle, Wahlen hätten schon lange nicht mehr stattgefunden. Die Situation in Eritrea werde sogar härter eingestuft als die in Nord-Korea.

Dass Flüchtlinge nun auf Gemeinden verteilt würden, so Peter Nobert vom Saarländischen Flüchtlingsrat, schaffe bessere Möglichkeiten für Integration. Denn in der Landesaufnahmestelle in Lebach habe eine größere Isolation bestanden. Nicht jeder Flüchtling könne auf Dauer bleiben, führte Nobert aus. Viele befänden sich in komplizierten Asylverfahren , deren Ausgänge offen seien.

Thomas Ascher vom Dekanat Dillingen erläuterte die Flüchtlingshilfe des Bistums Trier. Dort gebe es zwar keinen Masterplan, aber pro Jahr würden rund 250 000 Euro zur Verfügung gestellt. Dazu kämen Spenden. "Das ist ausschließlich für ehrenamtliche Flüchtlingshilfe ."

Das Merziger Stefansberg-Gymnasium zeigte einen Kurzfilm gegen Rassismus, der Saarwellinger Künstler Mario Andruet Bilder zum Thema Flüchtlinge.