Närrischer Regionalbezirk Saarlouis-Lebach feiert Gala

Saarlouis-Lebach : Vom Guten das Beste: So kann’s weitergehen

Fast 333 Minuten närrische Unterhaltung vom Feinsten: Das boten über 222 Akteure bei der Gala-Sitzung des Regionalbezirks Saarlouis-Lebach der Karnevalsvereine.

Vom Guten das Beste zeigte am Sonntagabend der „Närrische Regionalbezirk“ Saarlouis-Lebach in der Lebacher Stadthalle. Rund fünf Stunden lang machten 15 Auftritte Stimmung bis hin zum stehend gespendeten Beifall. Laut Regionalvertreter Michael Schleich waren rund ein Dutzend Vereine mit etwa 230 Akteuren im Einsatz.

Ein opulenter Einmarsch versammelte Elferrat, Prinzenpaare und Vereinsvertreter zum bunten Bild auf der Bühne. Von dort oben begrüßte Schleich die Gäste. Darunter VSK-Präsident Hans Werner Strauß und weitere Vertreter des Verbandes Saarländischer Karnevalsvereine. Anwesend waren außerdem Hausherr und Lebachs Bürgermeister Hanspeter Brill sowie Landrat Patrik Lauer. Der Gastgeber, der Carnevalsverein Lebach, begrüßte in Person des Prinzenpaares sowie des Kinderprinzenpaares. Die Moderation hatte Sitzungspräsident Benjamin Kiepurning, unterstützt von Harald Winter und Oliver Buchholz. Umrahmt wurden sie von einem üppig besetzten Elferrat mit Vertretern von 18 Vereinen.

Mit einem klassischen Marschtanz eröffneten die Faasend Rebellen Steinrausch das närrische Treiben. Gefolgt von Lara Ries von den Glasspatzen Wadgassen als Teenager auf der Suche nach dem Traumboy. Für sie war „Papa mal der schönste Mann, was ich heut’ nicht mehr verstehen kann“. Das Tanzmariechen stellte der CVL Lebach mit einer quirligen Lara-Sophie Masloh. „Maggie Greet“ Sarah Jost von den Gold-Blauen-Funken Saarwellingen kam als Schaufensterpuppe und berichtete über ihre Erlebnisse im Kaufhaus.

Indisch bunt mit einfallsreicher Choreografie eroberten die „Revivals“ der Wallerfanger Neimerder die Bühne. Den Drang zum Tanzmariechen hatte Mandy Bauer von der Kulturgemeinschaft Gresaubach. Dem Publikum gab sie begeistert Anleitungen zu Pirouetten und Spagat. In die 20er Jahre von Berlin entführte die Tanzgruppe „Chillis“ der Schwalbacher Ri-Ra-Rutsch. Ohne Worte spielten Narren des KV Aschbach eine Kinoszene. Dabei gaben zwei Verliebte ihre Zuneigung und Küsschen ähnlich der „Stillen Post“ durch die Sitzreihe weiter.

Gleich nach der Pause ehrte der VSK den Carnevalsverein Lebach mit einer Stele für 4 x 11 Jahre karnevalistischer Aktivitäten. „Das sind die Geburtstage, die wir als Karnevalisten lieben“, sagte Michael Schleich. Dann mischte der CVL mit Prinzen- und Funken-Garde nochmals das Publikum auf. „Biwi un et Duletsch“ (Iris Gras und Monika Ockenfels) von der Großen Karnevalsgesellschaft Fraulautern, GKG, lieferten als Stimmungskanonen Futter fürs närrische Zwerchfell. So steckte Duletsch durch einen Stromausfall in einem Saarlouiser Kaufhaus zwei Stunden lang auf der Rolltreppe fest. Die zündenden Gags wurden stehend mit Applaus belohnt.

Von Karo-Blau-Gold Roden kamen die „Hot Hips“ und entführten zu Schneewittchen und den sieben Zwergen. Das Gesangssextett „De Hüütcha“ servierte mitreißende Stimmungslieder. Beim Hit „Cordula Grün“ stimmte das Publikum mit ein. Als gefallene Engel mit kurzen Flügeln überraschten die „Schnatze Kerlcha“ von Rot-Weiß Reisbach. Paartherapeuten verzweifeln an „Maja und Klaus“ von den Päther Dickkäpp. Doch das Publikum liebte sie und hing vor Lachen schräg auf den Stühlen. „Die Turnschuhe waren im Angebot. Die müssen passen!“, befahl Maja (Christine Henseleit). Als sie über raue Haut und Schuppen klagte, meinte Klaus (Bernhard Schmitt) lapidar: „Ai, dat ess bei Drachen so.“

Gar kein Unschuldsengel ist Maja (Christine Henseleit), wenn sie Klaus (Bernhard Schmitt, beide Päther Dickkäpp) die Federn rupft. Foto: Johannes A. Bodwing
Für Schneewittchen gingen die „Hot Hips“ der Karo-Blau-Gold Roden auf die Suche nach dem Traumprinzen. Foto: Johannes A. Bodwing

Ein Schautanz über Gut und Böse der GKG beendete die Auftritte. Beim Finale stimmte der stellvertretende Sitzungspräsident Harald Winter das Abschlusslied an.